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Rezension: #für Anfänger von Sokrates bis Sartre Ralf Ludwig dtv

Dr. Ralf Ludwig legt mit diesem Buch eine Lese-Einführung von Sokrates bis Kant vor. Es handelt sich bei diesem Nachschlagewerk um einen Wegbegleiter durch die abendländische Philosophie, der sehr gut aufgebaut und in die Abschnitte

Philosophie der Antike
Philosophie des Mittelalters
Philosophie der Neuzeit
Das 20. Jahrhundert

untergliedert ist.

In den einführenden Gedanken, die dem Wegbegleiter vorausgehen, geht der Autor u.a. der Frage nach, was das Wort Philosophie überhaupt bedeutet und gibt nützliche Hinweise zum Gebrauch des Buches. Hier lässt er den Leser wissen, dass das Werk trotz seines lexikalischen Charakters chronologisch angelegt ist. Auf diese Weise soll  geholfen werden, die einzelnen Denker in ihren jeweiligen Zeitepochen vorzufinden und sie in einem philosophiegeschichtlichen Zusammenhang zu begreifen.

Die Struktur der Artikel zu den einzelnen Denkern sieht zumeist wie folgt aus:

1. Es gibt stets eine Kurzinformation über die Bedeutung und zeitgeschichtliche Einordung
2. Es liegen immer biographische Hinweise vor
3. Es werden  Denkergebnisse des fokussierten Philosophen in gestraffter Form übermittelt, "je nach Bedeutung und urheberrechtlichen Möglichkeiten, mit Auszügen aus Primärtexten."

Da ich  in den nächsten Monaten einige Bücher von Hegel lesen möchte, habe ich mir zunächst im vorliegenden Buch einen ersten Überblick über diesen Philosophen und sein Werk verschafft. Das ist mittels des Textes von Ralf Ludwig problemlos möglich, da er sich um eine verständliche Sprache bemüht, um  höchst komplexem Inhalte wiederzugeben.

An den Beispielen des Empirismus und der Aufklärung, mit denen ich mich im Rahmen meines Politikstudium  bereits näher befasst habe, kann ich beurteilen, dass die Übermittlung der philosophischen Gedanken jener Zeit perfekt gelungen ist.

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu  dtv und können das Buch direkt bestellen.http://www.dtv.de/buecher/philosophie_fuer_anfaenger_von_sokrates_bis_sartre_34824.. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte- Geschichten über Menschen zwischen Wahn und Wirklichkeit- #Peter_Teuschel- #Ullstein_extra

Im Frühling 2014 rezensierte ich das Sachbuch "Das schwarze Schaf" des Psychiaters Dr. Peter Teuschel und realisierte anschließend  mit dem Autor ein Interview auf "Buch, Kultur und Lifestyle".

Im vorliegenden Buch wartet Peter Teuschel nun mit Geschichten aus seiner Praxis auf. Diese sind überaus spannend, geradezu kurzweilig  zu lesen und stimmen dabei ziemlich nachdenklich. 

Der Autor erzählt zunächst, wie es dazu kam, dass er Psychiater wurde, denn eigentlich wollte er Internist werden. 

Die Geschichten  hat er verfasst, weil er vermitteln möchte, dass es in der Psychiatrie nicht nur um Diagnosen, Tabletten und Therapie geht, sondern auch um die Frage: "Wie gelingt uns unser Leben?" 

Seine Geschichten zeigen, wie vielfältig die Versuche sind, diese Frage zu beantworten. Ich möchte die geschilderten Fälle, deren Protagonisten wirklich in Staunen versetzen, nicht verkürzt wiedergeben, aber  auch nicht unerwähnt lassen, dass  verdeutlicht wird, wie sonderbar, dabei jedoch keineswegs unverständlich Menschen reagieren können, deren Seelenleben aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Dr. Teuschel macht ersichtlich,  dass es selbst für einen Psychiater nicht immer sofort auf der Hand liegt, wieso ein Mensch zeitweilig den Realitätsbezug verliert und in Angstzustände oder Wahnvorstellungen  gerät.

Wie kann ein Psychiater seinen Patienten helfen, selbst angelegte Hürden, traumatische Erlebnisse, Hemmungen, schlechte Erfahrungen, falsche Prägungen durch einseitige Erziehung oder große Angst zu überwinden? 

Der Autor zeigt dies anhand der Beispiele im Buch, zeigt wie er mit seinen Patienten gemeinsam über Brücken geht, die in der Psychotherapie gebaut werden und zwar dann, wenn der Patient nicht aus eigener Kraft eine solche Brücke errichten kann, sei es weil er nicht die richtige Stelle für besagte Brücke findet oder es ihm an Baumaterialien mangelt.  Bei diesen Baumaterialien, so Teuschel, handelt es sich um das Handwerkszeug der Psychotherapie, sprich das Bewusstmachen von Unbewusstem, Trainingsmethoden und heilsame Beziehungserfahrungen. Die Brücke selbst steht für Selbsterkenntnis, für psychologische Lernerfolge, für Mut und mitunter auch für Aussöhnung und Verzeihen.“ (vgl.: S.61ff). 

Erstmals las ich von einer Störung, die den Namen "folie à deux" trägt. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame wahnhafte Störung, deren Mechanismus durch den Begriff "psychotische Infektion" deutlich wird. Die Geschichte, in der es um diese Störung geht, habe ich mit großem Interesse gelesen, weil ich zwei mittlerweile verstorbene Menschen kannte, bei denen genau dieses Phänomen vorlag. Der gemeinsam ausgelebte Wahn hatte desaströse Folgen. 

Die Geschichte, die mich besonders fasziniert hat, war jene mit dem Titel  "Eis". Im Rahmen dieser Geschichte macht Dr. Teuschel einen Test, wonach man schnell bemerkt, ob man es mit einem depressiven oder einem narzisstischen Menschen zu tun hat. Auf die Protagonistin trifft beides nicht zu, doch was ist  mit  ihr, die in ihrem Innern ein wildes Mädchen trägt, das im Feuer tanzte?

All die Geschichten, natürlich auch jene der Ordensschwester, machen nachdenklich. Wie ticken Menschen wirklich, die uns im Laufe unsres Lebens sei es real oder virtuell begegnen? Auf was muss man sich gefasst machen? Wie das Buch und damit das Leben selbst verdeutlicht, auf alles. Gelassenheit ist also angesagt.

Peter Teuschel zeigt durch seine Geschichten, in denen er Hand in Hand mit seinen Patienten über eine für diese unüberwindbar erscheinende Brücke geht, dass im Grunde jeder sein seelisches Gleichgewicht verlieren, aber durchaus auch wieder gewinnen kann und nichts gegen die Hilfe eines fachkundigen Dritten spricht. 

Empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Verlag Ullstein extra und können das Buch bestellen: http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/der-mann-der-sich-in-die-zebrafrau-verliebte-9783864930263.html?cHash=c19209b78c678ce07435e4336c007587. Sie können es aber auch direkt bei Ihrer Buchhandlung vor  Ort  bestellen.

Rezension: Philosophische Untersuchung über das Wesen der menschlichen Freiheit- F.W.J. Schelling

Autor dieses Buches ist Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854). Neben Fichte und Hegel stellt er den dritten Hauptvertreter des  "Deutschen Idealismus" dar. Herausgeber des Textes ist Dr. Bruno Kern, der die Einleitung mit dem Titel "Die abgründige Kehrseite der Vernunft" verfasst hat.

Hier erfährt man ein wenig über Schellings Herkunft und Entwicklung. Der schwäbische Denker erkannte in den vielfältigen Phänomenen der Natur die Vorformen des Geistes. Für ihn ist das Auftreten des Geistes innerhalb der Welt überhaupt nur möglich, weil Geist und Natur zutiefst identisch sind. 

Es war Goethe, der auf Schellings Naturphilosophie aufmerksam wurde und auf seine Empfehlung ist es letztlich zurückzuführen, dass man Schelling nach Jena berief. Da der Denker Kontakt zu Romantikern aus dem Kreise von Karoline Schlegel hatte, galt er als der Philosoph der Romantik, 

Die Überlegungen Schellings in seiner Freiheitsschrift mit dem Titel "Philosophische Untersuchung über das Wesen der menschlichen Freiheit" gehen davon aus, dass das unabweisbare Gefühl der Freiheit nur dann tatsächlich begründet ist, wenn es in der Natur und Kosmologie verankert werden kann und nicht nur gegen die Natur eingefordert wird. 

Freiheit muss also im Ursprung der Welt angelegt sein, wenn sie  sich als tragfähig erweisen soll. Im Gegensatz zu Hegel lässt Schelling sich irritieren von der faktischen Unvernünftigkeit der Welt und der Geschichte. Das hat zur Folge, dass man seinem Denken das Erschrecken an der Negativität anmerkt.

Schelling fragt nach dem "Woher" und der Natur des Bösen, sieht das Bizarre, Sinnwidrige und auch die Dysfunktionalitäten, die den Menschen in Grausamkeit und Perversion treibe. Wie Kern schreibt, könne man Schellings Freiheitsschrift als Versuch einer Theodizee lesen, sprich als Rechtfertigung Gottes angesichts der Negativität.  Das sehe ich nach der Lektüre des Textes auch so.

Schelling fast das Wesen der Natur neu, indem er den Willen nun im Sinne einer Kraft "naturalisiert", die allem Seienden in Form von Impulsivität, Drang, Durchsetzungskraft und Selbstbehauptung innewohnt. Das Böse entsteht bei Schelling dadurch, dass  der Mensch seine Natur, begriffen als Drang und Begierde gegen den Geist zum Prinzip erhebt. 

Pervertiert die Freiheit des Menschen wird die Vernünftigkeit der Welt in Frage gestellt. 

Nach der Vorrede Schellings hat man die Chance,  sich in die Schrift zu vertiefen, die ich gerne all jenen empfehle, die sich im kommenden Jahr ein wenig näher mit den Protagonisten des Deutschen Idealismus befassen wollen. 

Warum nicht mit Schelling einsteigen? 

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Marix-Verlag und können das Buch bestellen.http://www.verlagshaus-roemerweg.de/Marix_Verlag.html. Sie können es aber auch bei ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Das Böse- Wie unsere Kultur aus den Fugen gerät- Notker Wolf, Leo G. Linder.- Gütersloher Verlagshaus.

Auf dieses wunderbare Buch wurde ich auf der letzten Frankfurter Buchmesse aufmerksam. Verfasst haben es der Abtprimas Notker Wolf und sein Co-Autor Leo G. Linder.

Der Benediktiner Notker Wolf ist Doktor der Philosophie und hat in Rom und München Philosophie, Theologie, Zoologie, Anorganische Chemie und Astronomie studiert. Bevor er im Jahre 2000 Abtprimas, d. h. der oberste Repräsentant der Benediktiner wurde, war er u.a. in Rom als Professor für Naturphilosophie tätig. Auch Leo G. Linders Berufsweg ging ein Philosophiestudium voraus.

Was ist das Böse und wie kann man ihm beikommen?

21 Kapitel warten auf den Leser.  Fast jeder wird zustimmen, dass es unerträglich ist, allein schon in Filmen das Böse am Ende triumphieren zu sehen. Natürlich wünscht man sich, dass der Verräter, der Geizkragen, der Killer und der eifersüchtige Neurotiker seine Quittung erhält. Nicht nur im Film.

Es ist wohl wahr, böse Erfahrungen steckt man nicht einfach weg, sie prägen bis ans Ende des Lebens und nichts vermag die Brandzeichen des Bösen aus unserer Seele löschen, selbst viele gute Erfahrungen nicht. Es stimmt, dass der Verrat eines Freundes, der Betrug eines Geschäftspartners, die Gleichgültigkeit einer Mutter genügen können, um uns zu einem misstrauischen, verzagten und auch argwöhnischen Menschen  machen können. Damit dieses nicht geschieht, müssen wir uns Verhaltensmuster klar machen, aufgrund dessen man das Böse frühzeitig erkennen kann.

Die Begegnung mit dem Bösen vermag zu traumatisieren und ein solches Trauma lässt sich schwer auflösen. Es gibt Bosheit, so Wolf, die völlig unberechenbar ist und die keinem anderen Gesetz als dem des größtmöglichen Schadens gehorcht. Solche Formen von Bosheit habe ich bereits zweimal im Leben erlebt und kann das bestätigen.

Diese Form der Bosheit folgt keiner Logik und wo sie einer zu folgen scheint, ist es die Logik der Heimtücke (S.33). Offenbar ist das einzig Verlässliche am Bösen die Willkür. Dies auch ist der Grund, weshalb uns solche Attacken ratlos zurücklassen und das Vertrauen ins Dasein als Ganzes erschüttern.

Beleuchtet wird die objektive und ebenfalls die subjektive Seite des Bösen. Es werden Überlegungen auch dahingehend angestellt wie sich das Böse aus Sicht des Akteurs zeigt. Dabei wird den Fragen nachgegangen, ob diese Personen in der Absicht, Schaden anzurichten, Entsetzen zu verbreiten und weh zu tun böswillig agieren. 

Offenbar ist das Böse nicht der Endzweck, sondern stets nur Mittel zu einem Zweck. "von dem sich der Täter einen Vorteil, einen Gewinn, einen Genuss oder Befreiung verspricht. Mit anderen Worten: Für den Bösen ist das Böse in aller Regel eine Lust.“ (S.36)

Das Böse an sich lässt sich-  wenn überhaupt-   nur schwer fassen. Der Handelnde hat kein Schuldbewusstsein, das ihn aufhalten kann. Seine Motive (beispielsweise Vorteile zu erhaschen) erscheinen ihm gut, dafür nimmt er die negativen Begleitumstände in Kauf. 

Im Gegensatz zum Bösen, bleibt das Gute stets gleich. Wie im Buch betont wird, gibt es eine Logik des Bösen, die darauf abzielt, das Zerstörerische oder Selbstzerstörerische plausibel erscheinen zu lassen. Des Weiteren gibt es eine Vernunft des Guten, welche die Logik des Bösen als Scheinrationalität entlarvt. Darüber erfährt man im Buch Wissenswertes und liest zudem, dass derjenige, der für fremdes Leid nicht ansprechbar ist, dem Bösen Vorschub leistet, wie auch umgekehrt auf dieser Welt nichts Gutes geschieht, das nicht aus der Quelle eines umfassenden Mitgefühls fließt.

Es führt zu weit,  auf all die Facetten historischer Exkurse im Buch näher einzugehen. Festgehalten aber werden kann, dass sich die Griechen und Juden der Antike nicht nur in ihrer Strategie zur Bekämpfung des Bösen unterscheiden, sondern dass sie das Wesen des Bösen auch verschieden einschätzen.

Man lernt an Beispielen kennen, wann verantwortliches in unverantwortliches Verhalten umschlägt. Bemerkenswert finde ich das Beispiel von Sanson, dem Henker von Paris während der Französischen Revolution. Er, der täglich Dutzende von Menschen unter das Fallbeil legte und ihnen den Tod brachte, zeigte stets Mitgefühl mit den Opfern und versuchte sie zu trösten.

Der Milgram –Versuch aus den 1960er Jahren kommt auch zur Sprache und stimmt ebenfalls nachdenklich. Viele haben von diesem Versuch gehört, der dokumentiert, dass obrigkeitshörige Menschen leichter ihr Gewissen und ihr Mitgefühl verdrängen können als andere.

Es geht letztlich immer darum, zu erkennen, dass die eigene Seele Schaden nimmt, wenn man um seines Vorteils willen anderen Schaden zufügt und darum ging es in allen Zeiten.  Im Benennen des Vorteils darf man nicht realtivieren   und ihn  schon gar nicht mit dem Pflichtargument hinwegzumogeln  suchen. Brav zu tun, was eine menschenverachtende Obrigkeit möchte, dient in der Regel auch einem Vorteil: dem persönlichen Fortkommen und wenn dieses auch vordergründig nur darin besteht, nicht attackiert zu werden.

Man erfährt des Weiteren Sachverhalte aus dem Alten Testament, liest vom Sündenfall und der Geburtsstunde des Gewissens, die aber auch die Geburtsstunde der Freiheit war, weil der Mensch von da an die Wahl hatte, zwischen dem Guten und dem Bösen zu entscheiden. Der Preis der Freiheit war der Bruch mit Gott. Wer in Übereinstimmung mit Gott lebt, für den existiert das Böse nicht. 

Man liest u.a. über Thomas Hobbes für den der Mensch eigentlich nicht böse, sondern vollkommen asozial war und auch von Jean -Jacques Rousseau, der überzeugt war, dass die Zivilisation nichts als Konkurrenzdenken und Selbstsucht produziere und deshalb der "zivilisierte" Mensch hasse, betrüge und ermorde.

Der zivilisierte Mensch war nach Ansicht dieses französischen Philosophen böse, deshalb auch sollten sich die Menschen aus der Zwangsjacke der Zivilisation befreien. Es werden noch weiteren Theorien angerissen und über die Menschenwürde philosophiert.

Bei allen Überlegungen aber ist klar, dass man das Problem des Bösen nicht dadurch zu lösen vermag, indem man die Augen vor ihm verschließt. Gier, eine Facette des Bösen, gibt es nicht erst seit heute. Im 16. Jahrhundert soll sie neben dem Geiz in Antwerpen wie eine Seuche um sich gegriffen haben. Zusammenfassend liest man. dass Habsucht mit dem Reichtum einhergeht und wahrhaft unersättlich nur der Satte erscheint.

Auch die Todsünden kommen zur Sprache und hier der Neid, der am Anfang aller Laster steht. Dabei muss man wissen, dass der Neid seit jeher Glück in Unglück verwandelt. Ohne Neid kann es keine Gier geben. Erst in der Gier wird der Neid aktiv. Wo die Gier sich verselbstständigt, wird sie zum eigentlichen Lebenssinn und tritt meiner Beobachtung nach nicht selten im Umfeld von Hybris auf. 

Hybris überrage alle Todsünden und habe nichts von der Banalität des Neids und der Gier des Narzissmus. Sie kann zu einer extremen destruktiven Kraft werden, weil sie kein Halten mehr kennt und sich über alles, die Vernunft, die Nachhaltigkeit etc. etc. hinwegsetzt, im Glauben stets die besten Lösungen parat zu haben, weil man der/die Größte, Beste oder Schönste ist.

Wie das Buch deutlich macht, verbündet sich jeder, der sich für das Gegeneinander entscheidet, wo sich das Problem der Verbundenheit in elementarer Form stellt, mit dem Bösen. Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. 

In dieser Beziehung ist täglich Achtsamkeit angesagt.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Gütersloher Verlagshaus und können das Buch bestellen.http://www.randomhouse.de/Buch/Das-Boese-Wie-unsere-Kultur-aus-den-Fugen-geraet/Notker-Wolf/e448327.rhd?mid=1. Sie können es aber auch  beim Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Die Kunst das rechte Maß zu finden- Anselm Grün

Anselm Grün hat Theologie, Philosophie und Betriebswirtschaft studiert und ist seit über 35 Jahren als wirtschaftlicher Leiter (Cellar) für die mehr als 300 Mitarbeiter in verschiedenen Betrieben des Klosters Münsterschwarzach verantwortlich. 

Sein jetzt gerade erschienenes Buch "Die Kunst, das rechte Maß zu finden" beginnt er mit Überlegungen zum deutschen Wort "Maß" und seines Umfeldes, das uns in nicht wenige Bereiche unseres Lebens hineinführt und diverse Aspekte berührt. Pater Anselm nennt hier den Konsum, den Umgang mit der Schöpfung, den Umgang mit uns selbst, die Arbeit, die wir im Beruf leisten, auch das Engagement, das wir häufig ehrenamtlich in Vereinen aufbringen, wie auch die Gestaltung des Tages und der Freizeit. 

Vom rechten Maß, so der Autor, hängt das Gelingen unseres Lebens ab. Für den heiligen Benedikt, der vor 1500 Jahren für seine Mönche eine Regel aufgestellt hat, war die Tugend der weisen Mäßigung (discretio) die Mutter aller Tugenden. Dabei geht es beim Thema Maßhalten weniger um moralische Appelle als um einen Weg zu einem gesunden, wertvollen Leben. 

Überall auf dieser Welt erfahren wir Maßlosigkeit und ihre fatalen Folgen, so dass es sinnvoll ist, sich mit dem rechten Maß näher zu befassen. 

Anselm Grün untergliedert sein Buch in drei Abschnitte:
Die Balance halten 
Achtsam mit der Schöpfung umgehen 
Was der Mensch braucht 

Für den Autor hängt das rechte Maß mit einer guten Balance zwischen den verschiedenen Polen zusammen, die unser Leben ausmachen und zu ihm gehören. Anselm Grün stellt einige dieser Pole vor. Zunächst äußert er sich zur Balance zwischen Geiz und Verschwendung. Beides sind Laster, deren Ursache in der Gier, immer mehr haben zu wollen, liegen. 

Für Buddhisten sei die Gier die Ursache allen Leids und aller Übel. Doch auch ein Schüler des heiligen Paulus schreibt, dass die Habsucht die Wurzel allen Übels sei. Zu dieser Überzeugung bin ich durch meine Beobachtungen und Erfahrungen in meinem Leben auch gelangt.

Balance gilt es gleichwohl zwischen Selbstentwertung und Hochmut herzustellen. Auch diese beiden Haltungen haben eine analoge Ursache, nämlich maßlose Bilder von uns selbst. Auf dem Grund der Seele, im Raum der Stille lösen sich alle Bilder der Selbstentwertung und Selbstüberschätzung auf. Hier werden wir ganz wir selbst. Hier muss man weder sich noch andere bewerten. Es geht darum, die eigene Begrenztheit anzunehmen und des Weiteren die Balance zwischen Selbstsorge und Sorge für den andern auszutarieren. 

Es geht um das Maß zwischen Geben und Nehmen. Man muss Gefühle wie Ärger, Ausgenutztwerden und Enttäuschung zur Kenntnis nehmen und sie genau anlysieren sowie seine Konsequenzen aus der Analyse ziehen, denn ansonsten drohen nicht selten seelische oder körperliche Reaktionen. Davon kann ich ein Lied singen.

Notwendig ist es also, auf unsere Gefühle zu achten. Über unsere Erwartungen an andere sollten wir nachdenken und damit aufhören, andere zu entwerten, weil wir zu große Bilder von uns haben. Nicht selten sind es die Schattenseiten unserer selbst, die wir auf andere projizieren, um sie auf diese Weise abzuwerten. Wie aggressiv Abwerter agieren, erlebt man täglich im Internet durch pervers niederträchtige  Trolle.

Wer das rechte Maß finden möchte, muss achtsam sein und nachhaltig mit sich umgehen. Maßhalten mit den eigenen Kräften gehört ebenso dazu, wie das generelle Entrümpeln und Vereinfachen des Umfelds und unserer Termine. 

Auch beim Arbeiten darf man nicht seine Mitte verlieren, denn ansonsten lässt man sich auspressen oder beutet sich selbst aus. Pater Anselm Grün überdenkt im Hinblick auf Maßhalten  sehr viele Aspekte, nicht zuletzt auch Disziplin und Ordnung, weil ohne diese beiden Faktoren der Mensch seine Form verliert, auseinanderfällt und keine Mitte mehr hat. 

Wer sein Leben in Ordnung bringt, ordnet seine Beziehungen, seinen Lebensstil, sein Essen und sein gesamtes Leben. Das richtige Zeitmaß und  ein Bewusstsein für das Bewusstsein des Lebens, Rituale und vor allem bei der Sache bleiben, helfen mittig zu sein. Dazu kommt noch "discretio" gemeint ist das Unterscheidungsvermögen beim Maßgeben und Maßsetzen, die Rücksicht auf den Menschen und seine Veranlagung, das bedächtige Maßnehmen. 

Wichtiges vom Unwichtigen zu trennen, sich auf das Wesentliche besinnen sind auch Kriterien, um im rechten Maß zu leben und fernab von Ruhelosigkeit seinem Tun kreativ nachzugehen. Es ist notwendig, eigene Bedürfnisse nicht an den Bedürfnissen anderer zu messen, sondern auszuloten, was für uns selbst wirklich wichtig ist. 

Demut ist der Schlüssel, um auf dem Teppich zu bleiben. Perfektionisten ist Demut besonders angeraten, denn sie bringen sich und anderen Leid, indem sie maßlos Perfektion erwarten und ständig auf der Suche nach Fehlern bei anderen sind, die sie aufdecken können. 

Wer wissen möchte, wie man das rechte Maß in seinem Leben findet, ist gut beraten, dieses Buch zu lesen. Hier lernt man dem eigenen Maß und der eigenen Weisheit zu trauen und sich nicht von Dritten abhängig zu machen. 

Empfehlenswert.


Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum dtv-Verlag und können das Buch dort direkt bestellen http://www.dtv.de/buecher/die_kunst_das_rechte_mass_zu_finden_28040.html. Sie können es aber auch  bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Frei von Ängsten& Phobien- Ursachen aufdecken und auflösen- Rückführung als neuer Weg in der Angsttherapie- Trutz Hardo

Der Autor dieses erkenntnisreichen Buches ist der namhafte Rückführungstherapeut Trutz Hardo.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich zahlreiche Bücher zum Thema Angst gelesen und rezensiert und war dennoch sogleich sehr neugierig als ich dieses Buch auf der Frankfurter Buchmesse entdeckte. "Rückführung als neuer Weg in der Angsttherapie" liest man bereits auf dem Buchdeckel und ist als offener Leser natürlich bereit, sich auf Neues einzulassen.

Vor einigen Monaten habe ich ein Interview auf "Buch, Kultur und Lifestyle"  mit einer Reinkarnationstherapeutin gemacht, weil ich davon überzeugt bin, dass unsere Seele aus bestimmten Gründen sehr oft wiedergeboren wird und ich mit einem Menschen sprechen wollte, der diesbezüglich über konkrete Erfahrungen und Kenntnisse verfügt.  Das Gespräch sollte  die Leser motivieren, sich auch mit dem Thema näher zu befassen. 

Wie Hardo schreibt,  haben 15% aller Menschen im Leben Angsterkrankungen. In jüngster Zeit sind Ängste wie Mobbing, Diffamierung und Bedrohung durch Internetverbindungen, aber auch Ängste im Hinblick auf Umweltverschmutzung und Ausrottung der Baum- und Tierwelt hinzugekommen. Der Autor nennt drei Arten der Herkunft von Ängsten. Er unterscheidet zwischen Alphaangst, Betaangst und Gammaangst. Natürlich erläutert er, was man im Einzelnen darunter zu verstehen hat und erklärt zudem Normalängste, Parallelängste sowie Cluster. 

Im Rahmen der Rezension auf alle hier aufgeführten Ängste einzugehen, führt zu weit. Deshalb möchte ich die Betrachtungen verkürzt wiedergeben, damit Sie eine Vorstellung von dem haben, was alles in diesem Buch zur Sprache gebracht wird. Zunächst lernt man Ängste, die im gegenwärtigen Leben entstanden sind kennen. In diesen Bereich gehören beispielweise pränatale Ängste, auch übertragene und anerzogene Ängste und solche, die durch Ereignisse oder Erfahrungen geprägt wurden. 

Thematisiert wird im Anschluss die Praxis der Auflösung solcher und anderer Ängste aus dem heutigen Leben. In der Folge dann werden Ängste aus früheren Leben zur Sprache gebracht. 

Trutz Hardo erwähnt Prof. Dr. Brian Weiss, der in den USA wesentlich dazu betrug und noch immer beträgt, dass Rückführungstherapie nun von vielen Psychiatern und Psychotherapeuten angewandt wird. Man erfährt Wissenswertes über Ängste aus früheren Leben und hier mehr über soziale und eigenständige Ängste. Ich selbst habe mich noch nie einer Reinkarnationstherapie unterzogen, - wäre jedoch nicht abgeneigt- kann mir aber durchaus vorstellen, dass schreckliche Erfahrungen aus anderen Leben diffuse Ängste im Jetzt auslösen kennen. 

Die Angst vor Enge wird schlüssig erklärt, alle anderen Ängste ebenso. Hardo berichtet von vielen Fällen, die er behandelt hat,  erzählt aus vergangenen Leben. Er erwähnt auch den von mir sehr geschätzten Dr. Rüdiger Dahlke, der festgestellt hat, "dass in Rückführungen durch das Erleben eines oder mehrerer Tode die Angst vor dem Tod seinen Schrecken verliert“. Das kann ich mir gut vorstellen. 

Neben den Ängsten aus früheren Leben, über die der Autor breitgefächert schreibt, gibt es zudem Phobien in Verbindung mit früheren Leben. Diese untergliedert er in situationsgebundene und soziale Phobien, objektbezogene Ängste  und Phobien vor Tieren. 

Phobien sind verstärkte Ängste, die wie die Rückführungstherapie immer wieder bestätigt, fast in allen Fällen mit leidvollen Erfahrungen aus vergangenen Leben zu tun haben. So geht eine Phobie vor Feuer zumeist auf direkte oder indirekte Erlebnisse aus früheren Leben zurück. Begleiterscheinungen der Angst im jetzigen Leben sind z.B. Hauterkrankungen oder Asthma. 

Man erfährt auch mehr über panische Zustände, Fremdängste etc. und wird mit der Auflösung der Ängste vertraut gemacht. 

Ich finde es spannend,  darüber zu lesen, halte es auch für durchaus möglich, sich  durch Rückführungstherapien von Ängsten und Phobien zu befreien. Wie der Autor selbst sagt, ist die Rückführungstherapie nicht für jede Befreiung von Angstsymptomen die beste Methode, aber dennoch gibt Trutz Hardo den Menschen, die mit Angst behaftet sind, den Rat, einmal einen gut ausgebildeten Rückführungstherapeuten aufzusuchen. 

Wir sollten wissen, dass unsere Seele die Speicherungen ihrer vielen im heutigen und in früheren Leben erfahrenen Geschehnisse und Gefühle in ihrem Emotionalkörper mit sich trägt. Um sich von Ängsten und Schmerzsymptomen zu befreien, die auf Ereignisse in vergangenen Leben zurückzuführen sind, muss man sich Sachverhalte bewusst machen und vergeben oder aber um Vergebung bitten. 

Ein lesenswertes Buch, das ich gerne empfehle.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Silberschnurverlag und können das Buch bestellen:http://www.silberschnur.de/artikelliste-neuheiten/kategorie/neuheiten.html. Sie können das Buch aber auch bei ihrem Buchhändler um die Ecke kaufen.

Rezension: Wie ich meine Angst verlor und wie Ihnen das auch gelingen kann- Thomas Hohensee- dtv premium

Der Volljurist Thomas Hohensee ist Coach und Autor, ein sehr guter Ratgeber. Neben seinem juristischen Studium verfügt er über eine Ausbildung am Deutschen Institut für Rational-Emotive. 

In diesem Buchherbst werde ich einige Bücher zum Thema Angst rezensieren, weil mir scheint, dass diese eine der Hauptursachen dafür ist, dass Menschen nicht ihren Gaben gemäß leben aber auch keine klaren Grenzen definieren und stattdessen egoistische Übergriffe Dritter dulden, um ja nicht anzuecken oder ausgegrenzt zu werden. 

Um seinen eigenen Weg zu gehen, muss man sich vieler Ängste entledigen, vor allem seine Angst vorm Scheitern verlieren. Verliert man diese, hat man auch seine Angst vorm Sterben überwunden und kann im Hier und Jetzt sich wirklich frei entfalten.

Thomas Hohensee hat ein sehr biographisches Buch vorgelegt und schreibt offen von seinen vielen Ängsten, die er einst hatte, so beispielsweise im Studium bis er sich Rat suchte. Wie er schreibt, blieb er im Studium mit vielen Fragen allein und es dauerte einige Jahre bis er seine ungewohnte Freiheit auch wirklich nutzte. Dass er sein Studium erfolgreich abschloss, hat auch damit zu tun, dass er ungerechtfertigte Ängste überwandt. Ängste blockieren.

Hohensee besuchte im Laufe seines Lebens zahlreiche Therapeuten, um seinen Ängsten auf die Spur zu kommen bis er gefunden hatte, wonach er suchte: die Kognitive Therapie. 

David Burns ist einer ihrer hervorragendsten Vertreter, schreibt der Autor.  Aus einer unabhängigen Studie geht hervor, dass allein die Lektüre  von Burns Buch "Feeling good" Depressionen überwinden und Selbstachtung gewinnen lässt sowie  über 70 % der Betroffenen dauerhaft geholfen hat, ihre mäßigen bis schweren Probleme zu lösen (S.69). Lesetherapien, so hat man getestet, machen es bei 75% der Teilnehmer möglich, dass deren Depression wieder verschwindet. Resultate aufgrund von Behandlung mit Antidepressiva oder durch Psychotherapie weisen kein besseres Ergebnis auf.

Nicht  nur von Depressionen, sondern auch von Ängste und Panikattacken kann man sich durch kognitive Therapien befreien, wenn man eine brauchbare Anleitung hat. Thomas Hohensee thematisiert im zweiten Teil seines Buches Lösungen. Dabei geht es ihm um die Rational-Emotive-Verhaltenstherapie (REVT) nach Albert Ellis und die Kognitive (Verhaltens-)-Therapie (KVT) nach Aaron T.Beck.  Diese Methoden besagen im Kern, so Hohensee, dass man sich so fühlt und so handelt wie man denkt. Wer seine Ängste loswerden möchte, muss also demnach umdenken und neues Denken trainieren. Das ist nicht immer einfach, aber der Versuch lohnt. 

Gefallen hat mir nicht nur Hohensees Umgang mit der Angstproblematik durch seine persönliche, offene Herangehensweise an das speziell für Männer heikle Thema, sondern auch sein Merkzettel zum Schluss. Hier sind seine wichtigsten Regeln zur Angstbewältigung aufgelistet. Sich diese zu Eigen zu machen, schadet nicht. Die meisten Ängste beruhen auf fixen, uns hemmenden Fantasien. Woher diese kommen können,  wird Thema eines anderen "Angst-Buches" sein, das ich in Kürze rezensieren werde.. 

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum dtv- Verlag und können das Buch bestellen. http://www.dtv.de/buecher/wie_ich_meine_angst_verlor_26036.html. sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Das Lachen- Henri Bergson

Der Autor dieses Buches ist der bereits 1941 verstorbene Philosoph und Literaturnobelpreisträger Henri –Louis Bergson. Im Rahmen von drei Aufsätzen über das durch Komik hervor gerufene Lachen, die einst in der "Revue de Paris" erschienen sind, möchte er die wichtigsten Kategorien des "Komischen" bestimmen und befasst sich zunächst mit dem Komischen im allgemeinen, den komischen Formen und Bewegungen wie auch dem Umfang des Komischen. 

Er fragt dabei nach dem Wesen des Lachens und auch danach, was dem Lächerlichen zugrunde liegt. Zudem erinnert er daran, dass die größten Denker von Aristoteles an, sich mit der Thematik befasst haben. Bergson verdeutlicht, dass das Komische dann entsteht, wenn eine Gruppe von zusammengehörigen Menschen ihre Aufmerksamkeit alle auf eine Person lenken, dabei ihre Gefühle beiseiteschieben und ausschließlich ihren Intellekt spielen lassen. 

Komisch wird die Wirkung eines Körpers dann, wenn die Bewegungen seelenlos erscheinen und ihnen jegliche Grazie fehlt. Das Komische wirkt steif, nicht aber zwingend hässlich. Der Körper erinnert an einen bloßen Mechanismus. So erscheinen beispielsweise die Gebärden gewisser Redner komisch und damit lächerlich. Immer dann, wenn unsere Aufmerksamkeit unvermittelt von der Seele auf den Körper gelenkt wird, wirkt die Situation belustigend. Bergson verdeutlicht, dass wir  stets  dann lachen, wenn uns eine Person wie eine Sache erscheint. 

Der Philosoph klärt auch über Situations- und Wortkomik auf, nachdem er das Komische in Formen, Haltungen und Bewegungen in Augenschein genommen hat. Komisch sei, so definiert der Nobelpreisträger, jede Verkettung von Handlungen und Ereignissen, die uns die Illusion des Lebens und das deutliche Gefühl eines mechanischen Arrangements zugleich verschaffe. 

Bergson schreibt u.a. über die Marionette, eine komische Figur in Lustspielszenen, diese glaubt, frei zu sprechen und zu handeln, aber sie hängt letztlich nur an Fäden. Ideal  ist sie demnach für Situationskomik. 

Wortkomik erzielt man, sobald man einen Gedanken aus seiner vormaligen Fassung in einen anderen Ton transportiert. Wie dies im Einzelnen ausschaut, wird genau erläutert, bevor man sich näher mit Charakterkomik befassen kann. Bestimmte Verschrobenheiten können zum Lachen veranlassen, so etwa Ungeselligkeit, Der Grad der Komik hängt mit dem Grad der Starrheit einer Person zusammen. Lachen wirkt gewissermaßen als Heilmittel gegen das als komisch erscheinende Starre und Verstockte. Dieses kann demnach verlacht werden. Insofern steht das eigentlich Böse im Dienst des Guten, weil das Lachen eine nützliche Funktion erfüllt.

 Empfehlenswert.

Wenn Sie das Buch bestellen möchten, dann folgen Sie dem Link: http://www.verlagshaus-roemerweg.de/Marix/Henri_Bergson-Das_Lachen-EAN:9783865393883.html Es ist aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke orderbar

Rezension: Was ist ein geglücktes Leben?- Kleine philosophische Anleitung - Frédéric Lenoir

Frédéric Lenoir, der Autor dieses Buches, ist Schriftsteller, Philosoph, Religionskritiker und einer der renommiertesten Soziologen Frankreichs. Seine hier vorliegende Abhandlung betrachtet er als Ergebnis einer persönlichen Betrachtung auf der Grundlage der Tradition philosophischer Weisheit in Ost und West, der christlichen Spiritualität ohne ihre normative Verkrustung und der Tiefenpsychologie. 

Seine Themen umfassen solche wie "Das Leben bejahen", "Glaube und Vertrauen", "Verantwortung für das eigene Leben","Erkenne dich selbst", "Die Goldene Regel", "Liebe und Freundschaft", "Gewaltlosigkeit und Vergeben", "Teilen", "Festhalten und loslassen", "Hier und Jetzt", "Den Tod bezähmen", "Die Schönheit". 

Das Buch zeigt, dass man es hier mit einem sehr gebildeten Autoren zu tun hat. So schreibt er u.a. von Siddhartha, der nach seinem Erwachen zum  "Buddha" begriff, dass man die Gegebenheiten des Lebens akzeptieren muss, anstelle sie zu bekämpfen und dabei versuchen sollte, das Unglück über eine innere Antwort zu überwinden. In diesem Zusammenhang schreibt Lenoir, dass wir wahre Gelassenheit über die Kenntnis unseres Selbst und über eine tief greifende Wandlung erlangen. Das Leben bejahen wie es sich zeigt, ist nicht immer einfach, doch wenn man genug gelitten hat, lernt man zu begreifen, es so anzunehmen wie es ist. 

Es ist unmöglich, auf all die guten Gedanken im Buch hier einzugehen. Ich teile Lenoirs Meinung, im Hinblick auf Verantwortung. Man muss seinen Teil an Verantwortung erkennen und ihn auch annehmen und darf nicht  in allen Belangen Hilfe von außen erwarten. Es stimmt auch, dass Mangel an Verantwortung auf fehlende Innerlichkeit und mangelndes Selbstbewusstsein zurückzuführen ist. Deshalb auch darf man nicht zulassen, dass ein anderer unser Selbstbewusstsein aushöhlt. Wir brauchen es, um verantwortlich handeln zu können. 

Lenoir erinnert in seinen Reflektionen an Sartre, auch an Dostojewski und hebt hervor, dass Menschen die Angst haben,  allzu gerne ihre Freiheit einer starken Macht überlassen. Es ist wohl wahr, derjenige, der bereit ist,  die Folgen von Freiheit zu tragen, ist sich bewusst, dass er für sein Leben voll verantwortlich ist.

Eine unserer essentiellen Lebensaufgaben besteht darin, so Lenoir, sich Urteilsvermögen anzueignen. Dazu ist Wissen, Bewusstsein und persönliche Reflektion notwendig. Wer ein wirklich menschliches Leben führen möchte, der sucht nach dem Schönen, Gerechten, Wahren und Guten. Ja, da stimme ich zu. Man liest von Platons Höhlengleichnis und von klugen Gedanken Lenoirs auch hierzu. 

Beeindruckt bin ich von seinen Tugendreflektionen und habe mir vorgenommen, nun doch endlich Aristoteles ausführlich zu studieren. Die "Goldene Regel" stellt die universelle Basis der Ethik dar: "Behandele andere so wie Du selbst behandelt werden möchtest". Über diesen Satz nachzudenken lohnt immer, bevor man handelt, denn er lässt  uns achtsam werden, nicht nur, wenn es um Liebe und Freundschaft geht. 

Ich teile in vieler Hinsicht die Ansichten des Autors, fühle eigenes Denken  bestätigt. Zum Schluss seiner Betrachtungen erinnert Lenoir an Spinoza, der in seiner "Ethik" sagt, dass das Wesen des Lebens und des Seins eine Tiefe Freude beinhalte. Es geht also darum, die Freude zu erkennen, auf sie zu reagieren und sie aufkommen zu lassen, denn sie der Antrieb dafür, nach dem Wahren, Guten und Schönen zu suchen und  hilft uns insofern innerlich wachsen. 

Ein  hervorragendes Buch, das ich gerne empfehle.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum dtv-Verlag und können das Buch bestellen:http://www.dtv.de/buecher/was_ist_ein_gegluecktes_leben_34831.html. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler vor Ort ordern.

Rezension: Wider den Gehorsam- Arno Gruen

Autor dieses hervorragenden Buches ist der 1923 geborene Psychoanalytiker Prof. Dr. Arno Gruen. Sein Buch ist ein befreiendes Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit. Bereits im Prolog macht der Autor klar, dass das Bedürfnis nach Gehorsam ein grundlegender Aspekt unserer Kultur darstellt, der der Demokratie wenig nützlich ist. 

Was nun ist Gehorsam eigentlich? 

Gruen definiert "Gehorsam ist die Unterwerfung unter den Willen eines anderen. Der andere übt Macht über den Unterworfenen aus."

Die Einübung von Gehorsam beginnt bereits in der Kindheit und spielt in unserer Kultur eine weitaus größere Rolle, als wir wahrhaben möchten. Der Autor erwähnt das allseits bekannte Milgram-Experiment, das offenbarte, dass 65% der Versuchspersonen (amerikanischen Mittelklassebürger) zu grausamen Taten bereit waren, wenn der Versuchsleiter sie dazu anhielt. Dieser Gehorsam hat Ursachen, die in der Kindheit zu suchen sind und steigert sich, sofern Menschen, die den Gehorsam verinnerlicht haben, bedroht oder terrorisiert werden. Dann nämlich neigen sie dazu, sich mit demjenigen zu identifizieren, der sie terrorisiert.

Interessanterweise gibt es einen unerquicklichen Zusammenhang zwischen Treue und Gehorsam. Indem man Treue als moralischen Wert empfindet, den man selbst wählt, so Gruen, verhüllt man jenen Gehorsam, der der Identifikation mit den Mächtigen dient. Treue und Gehorsam wurzeln in der Autorität, die freiwillige Knechtschaft  "zu einer bewundernswerten menschlichen Qualität" emporhebt, wie Gruen wohl eher  ironisch meint. 

Dabei wird der Wert des eigenen Selbst zum Unwert und der Unwert des Unterdrückers zum Wert erklärt. Personen, die ihr eigenes Selbst zum Unwert erklären, werten andere in der Regel ab und sind nicht fähig,  empathisch zu sein. Wer aufgrund von Gehorsam handelt, handelt aus Pflichtgefühl aber nicht aus Verantwortungsbewusstsein und versucht zudem Schuld immer bei anderen abzuwälzen, weil ihm Schuldgefühle unerträglich sind. 

Gehorsam hat unmittelbar mit Entfremdung zu tun, weil die Gewalt, die unser Eigenes zum Fremden macht, dieselbe ist, die den Gehorsam erzwingt. Wie Gruen hervorhebt, bestimmt das Ausmaß an Gewalt, das der Einzelne erfährt, den Grad seiner Autoritätshörigkeit. Der Beginn der Entfremdung von eigener Wahrnehmung der Gefühlslage eines anderen liegt wie schon angedeutet in der Kindheit und hier in der frühkindlichen Sozialisation, wobei das Nichtanerkennen des eigenen Seins dazu führt, dass die Erwartungen der Mutter oder des Vaters als Eigenes einverleibt werden und die Nicht-Anerkennung auch später im Erwachsenenstadium als ein Sterben begriffen wird. 

Menschen, die eine Entwicklung zum geradezu blinden Gehorsam vollziehen mussten,  besitzen keine eigene Identität mehr und machen es zu ihrem Anliegen,  andere Menschen zunichtezumachen, deren Identität sich empathisch entfalten konnte, so Arno Gruen.  Dieses Phänomen zeigt der Autor an Beispielen auf, so etwa an dem Gestapo-Schlächter Klaus Barbie. 

Unterdrückung des Eigenen verursacht Hass und Aggressionen, die sich nicht gegen den Unterdrücker richten dürfen, wenn jemand zum Gehorsam erzogen ist, sondern an andere Opfer weiter gegeben werden. Gruen zeigt den Zusammenhang zwischen Autorität und Gehorsam sehr gut auf und verdeutlicht, dass das eigentliche Opfer des Gehorsams unser Selbst ist, das zum Fremden in uns wird. Besagtes Selbst wird durch den Gehorsam verzerrt. 

Blinder Gehorsam macht es unmöglich, die Wahrheit des gesamten Vorgangs zu begreifen. Letztlich dient der Gehorsam dazu, sich dem Unterdrücker unterzuordnen und zudem noch seine Taten zu verschleiern. Insofern untermauert Gehorsam Macht. Über Wege aus dem Gehorsam denkt Gruen in seinem Buch auch nach, reflektiert zudem Machtstrukturen des Gehorsams in Staatstheorien und veranschaulicht im gesamten Buch bestens nachvollziehbar, wieso man sich nicht für Gehorsam aussprechen sollte. Gehorsam  kann Menschen zu Tätern machen, weil die Gehorsamen  dazu neigen, empathische Reaktionen zu unterdrücken und aufgrund ihres Mangelns am Selbst zwanghaft nach Macht und Besitz streben und andere zu Opfern machen, weil sie diese dafür beneiden, was sie selbst nicht haben: Mitgefühl und Freundlichkeit und ein unverletztes Selbst.

Sehr  empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Belag und können das Buch bestellen. http://www.klett-cotta.de/buch/Gesellschaft/Wider_den_Gehorsam/48974. Sie können  es aber auch bei Ihrem  Buchhändler um die Ecke erwerben.