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Rezension: Happy Hour-Silke Franzen-Campus


Die Autorin dieses Buches, Dr. Silke Franzen, arbeitet derzeit als Psychotherapeutin in ihrer eigenen Praxis und als selbstständige Beraterin und Trainerin in verschiedenen Unternehmen, unter anderem zu den Themen Krisenmanagement, Führungsmanagement, Konflikt- und Stressbewältigung und Change-Management. Des Weiteren führt sie Assessment-Center für unterschiedliche Auftraggeber durch.

Der Untertitel des vorliegenden Buches lautet "Wie wir gesund und gestärkt persönliche Krisen durchstehen". Im Rahmen von drei Etappen wird dem Leser dies dann sehr gut nahegebracht. 

Zunächst werden einschneidende lebensverändernde Ereignisse thematisiert und festgehalten, welche Reaktionen diese hervorrufen. Gewiss ist, dass wir durch eine Krise in unseren Grundfesten erschüttert werden. Die Autorin stellt kluge Fragen im Hinblick auf unsere Reaktion während einer Krise und erläutert in der 2. Etappe dann zehn Fähigkeiten, mit der man eine Krise bewältigen kann. 

Dabei handelt es sich um: 

-Unabänderliche Reaktionen annehmen 
-Aus dem Teufelskreis der hinderlichen Gedanken kommen 
-Dem Grübelkabinett entkommen 
-Umgang mit Emotionen in der Krise 
-Mit Humor Distanz bekommen
-Den Blick auf die eigenen Stärken richten 
-Wege zur Achtsamkeit finden 
-In der Krise Glücksmomente suchen 
-Helfen und sich helfen lassen
- Zuversicht finden 

Besonders wichtig scheint mir die radikale Akzeptanz dessen zu sein, was ist, weil dies uns die Selbstwirksamkeit zurückgibt. Man hat zwar nicht immer Einfluss auf das, was geschieht, wohl aber wie man damit umgeht. 

Wichtig: Radikale Akzeptanz heißt, in der Realität angekommen zu sein, heißt aber keineswegs deshalb zu resignieren. 

Dr. Franzen zeigt wie man sich die einzelnen Fähigkeiten, die sie stets ausführlich und gut nachvollziehbar auslotet, aneignen kann, benennt Denk- und Wahrnehmungsfehler und macht deutlich, wie nachteilig in der Krise das Grübeln ist. Dabei zeigt sie den Unterschied zwischen Denken und Grübeln auf und weist auf Auswege aus der Grübelei hin. 

Auch erklärt sie die Funktionen von Emotionen und wie beispielsweise Gefühle wie Angst, Trauer, Ärger, Einsamkeit, Schuld und Scham entstehen und wie man mit diesen Emotionen umgehen sollte.

Jede einzelne Fähigkeit, das wird spätestens beim Lesen klar, ist wichtig, um eine Krise zu bewältigen. Vor allem aber die Fähigkeit, Zuversicht zu finden. 

Wie es dann weitergeht, wird in der 3. Etappe aufgezeigt. Doch ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Lesen Sie bitte selbst. 

Ein kluges, hilfreiches Buch, das ich gerne weiterempfehle. 

Helga König

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Rezension: Keine Macht den Psychopathen- Jackson Mac Kenzie- Kösel


Der Autor dieses lesenswerten Buches, Jackson MacKenzie, ist Mitbegründer der Online-Unterstützungsgruppe "PsychopathFree", die jeden Monat Millionen von Menschen erreicht. Offenbar gibt es einen großen Beratungsbedarf zu diesem Thema.

Manipulative Menschen trifft man allerorten. Die Frage ist: Wie geht man mit ihnen um? 

Das wirkungsvollste Abwehrsystem, so der Autor, sei eine starke Intuition, die geschult werden will. MacKenzie beschreibt 30 Alarmsignale, die erkennen lassen, ob man es mit einem Psychopathen zu tun hat. Zu diesen zählen: Pathologisches Lügen und Ausreden, Selbstsucht und ein verheerendes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Arroganz, rasches Gelangweiltsein und auch der Mangel an Selbsterkenntnis, (Schuld sind immer die anderen). 

"Zeigen, nicht erzählen" ist die Regel, die man anwenden kann, wenn man ausloten möchte, ob man es mit einem Psychopathen zu tun hat, denn dieser erzählt fortwährend, weil er nichts zu zeigen hat. Nicht grundlos empfiehlt der Autor, den Menschen aus dem Weg zu gehen, die erzählen wie nett, großzügig, erfolgreich, ehrlich und wichtig sie sind, sondern stattdessen nach den Stillen Ausschau halten, deren Charakter sich tagtäglich in ihrem Handeln zeigen. 

Bei Psychopathen kann man keinen Seelenfrieden finden, denn sie vermitteln einem das Gefühl nichts wert zu sein. Es handele sich bei deren Tun um eine eiskalte einkalkulierte seelische Vergewaltigung, die dazu diene, systematisch und mit Vergnügen die Identität des ahnungslosen Opfers zu zerstören.

Jackson MacKenzie verdeutlicht wie die indirekte Gehirnwäsche funktioniert. Es geht dem Psychopathen letztlich darum, das Selbstwertgefühl seiner Gegenüber zu rauben. Nach einer Charme-Offensive zu Anfang, folgt dann der Albtraum. Dabei dient die Charme-Offensive dazu, die Grenzen aufzuweichen, bevor die Provokationen beginnen. 

Es gibt zahlreiche Verhaltensmuster, die erkennen lassen, ob man es mit einem Psychopathen zu tun hat, dazu zählt ein verächtlicher und herablassender Ton, wie das Phänomen, sich als ewiges Opfer zu präsentieren. Gaslighting und Projektionen sind ebenfalls typische Verhaltensmuster, die im Buch gut erklärt werden. 

Sehr präzise skizziert werden die Beziehungen zu einem Psychopathen und die typischen Erfahrungen zu Behelfsopfern. Psychopathen versuchen stets ihre Opfer in die Defensive zu drängen und nutzen sie als Objekt, um ihre Langeweile zu vertreiben. Zu ihren typischen Verhalten gehört auch Schweigen, um die Identität anderer zu untergraben. Wie der Autor bemerkt zerstören empathische Menschen unter der Schweigefolter sich oft selbst und grübeln über alles nach, was sie falsch gemacht haben. 

Der Autor zeigt anschaulich Wege der Genesung auf. Wichtig ist dabei, die Selbstfürsorge während des Heilungsprozesses. Wie diese ausschaut wird bestens erläutert. Im Rahmen von zwei Trauerphasen findet die besagte Genesung statt. Hier auch lernt man zu begreifen, was in einem Psychopathen vorgeht. Wichtig zu wissen ist, dass der Psychopath angebetet werden möchte und sonst nichts. Es gibt keinen weichen Kern in ihm, nur endlose Dunkelheit. 

Gezeigt wird auch, was es bedeutet, erneut frei zu sein und die Selbstachtung wiederzuerlangen. Zehn Affirmationen helfen dabei, zukünftig vor toxischen Verbindungen gefeit zu sein. 

Sehr gut beschrieben sind die dreißig Anzeichen von Stärke, mittels derer man empathische Menschen erkennt, ganz ähnlich wie eingangs mittels 30 Anzeichen deren Gegenteil. Ebenfalls gut skizziert werden am Ende dann noch diverse Persönlichkeitsstörungen, die dem Leser bewusst machen, dass z B. in den USA jeder 7. ungesunde, unangemessene, vorgetäuschte sowie fehlende menschliche Emotionen aufweist und unfähig ist, natürliche Bindungen mit anderen einzugehen. Zu glauben, hier bei uns in Europa wäre es weniger schlimm, scheint wohl eher eine Wunschvorstellung zu sein.

Ganz zum Schluss gibt es noch einen aufschlussreichen Psychopathen- Test, um gewappnet zu sein vor zerstörerischen Beziehungen. Ob dies gelingt, muss jeder selbst  ausloten...

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Undinge-Umbrüche der Lebenswelt-Byung-Chul Han- Ullstein


Wie der Philosoph Byung-Chul Han seine Leser gleich zu Beginn seines neuen Werkes wissen lässt, wird derzeit die terrane Ordnung durch die digitale abgelöst. Letztere entdingliche die Welt, indem sie sie vorrangig informiere. Deshalb auch bestimmten nicht mehr Dinge, sondern Informationen unsere Welt. 

Die ehemaligen Ruhepole auf unserer Erde- die Dinge- werden nun gänzlich von Informationen überlagert. Diesen und den Daten gelte die neue Obsession. Es geht nun gewissermaßen um "Undinge".

Wahrheit gehöre zu der vormaligen terranen Ordnung. Sie spiele in der digitalen Ordnung keine Rolle mehr, denn diese habe stattdessen die postfaktische Informationsgesellschaft eingeläutet. Nivelliert sei jetzt die Unterscheidung von wahr und falsch. Fake-News seien letztlich auch Informationen. Was zähle sei die kurzfristige Wirksamkeit. Damit ersetze Wirksamkeit Wahrheit. 

In der postfaktischen Erregungskultur beherrschten Affekte und Emotionen die Kommunikation. Diese destabilisierten das Leben. Jegliche zeitintensive Praktiken verlören an Bedeutung. Zu diesen zählten Vertrauen, Versprechen, Verantwortung, auch Bindung und anderes mehr. Das Jagen nach Informationen mache kurzsichtig und kurzatmig. 

Byung-Chul Han reflektiert des Weiteren die heutige Hyperkommunikation, die die Einsamkeit der Menschen vertiefe und stellt auch Überlegungen zu Selfies an, denen jegliche Aura fehle. Sie seien in erster Linie keine Zeugnisse der abgelichteten Person. Das Weshalb erklärt der Philosoph gut nachvollziehbar. 

Die digitale Kommunikation beeinträchtige letztlich die menschlichen Beziehungen erheblich, denn Vernetzung sei nicht gleich Beziehung. Im Zeitalter des Abstandslosigkeit weiche die Beziehung dem distanzlosen Kontakt. Dieser erweist sich kontraproduktiv auf Beziehungen. 

Der Philosoph stellt Überlegungen an zur Dingvergessenheit in der Kunst, schreibt über Herzensdinge und die Stille, die viel mit sich zurücknehmen zu tun hat. Die digitale Landnahme im Netz erzeuge viel Lärm. Dies hänge damit zusammen, dass Informationen uns die Stille rauben und letztlich die Aufmerksamkeit zerstückeln. 

In einer Zeit, in denen Dinge nicht mehr ge- sondern nur verbraucht werden, hätten Dinge keine Seele mehr. So treffen entseelte Dinge auf entseelte Menschen im entseelten Raum in unserer schönen neuen Welt, die Byung- Chul Han mit großer Skepsis beobachtet, weil Menschsein in ihr auf Dauer nicht möglich ist. Dieses Menschsein nämlich setzt tatsächliche Begegnung voraus, die über ein geselliges Beisammensein hinausgeht.

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Rache- Gefangen zwischen Macht und Ohnmacht-Reinhard Haller-ecowin


Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Reinhard Haller hat mit "Rache-Gefangen zwischen Macht und Ohnmacht" ein sehr erhellendes Buch verfasst, in dem er sich mit einem Gefühl beschäftigt, das nicht einfach zu beschreiben ist. Wie der Autor konstatiert, reicht sein Spektrum von spontaner Revanche bis zu zwanghaft bohrenden Rachegedanken, von diffusen Rachebedürfnissen über Rachlust bis zu unstillbarer Rachsucht, von verständlichem Vergeltungswunsch bis zu nicht vorstellbarer Grausamkeit. Rache entspringe dem Verlangen nach Gerechtigkeit und soll der Wiedergutmachung und dem Ausgleich dienen. Ihre Triebfedern seien Kränkung und enttäuschtes Vertrauen, Eifersucht, Neid und Narzissmus. 

Rache habe soziologisch gesehen etwas mit Ausgleich zu tun. Sie tauche in unterschiedlicher Form auf. Genannt werden Schadenfreude, Revanche, Denkzettel, Vergeltung, Vendetta-die Blutrache und der Rachfeldzug sowie der Rachekrieg. All diese Formen werden gut verständlich erläutert. 

Rachsüchtige Personen scheinen mit einem ängstlichen, hortenden, zwanghaft-aggressiven oder extrem narzisstischen Charakter ausgestattet zu sein. Je geringer die Kultur in einer Gesellschaft entwickelt sei, umso größer die Rachsucht. 

Bei Rache geht es u.a. um das Wiederherstellen des Selbstwertes. Wenn ein Mensch das Gefühl habe, Opfer von Benachteiligung, Übervorteilung, Schädigung geworden zu sein, möchte er das frustrierte Ego auf Augenhöhe bringen, möchte also einen Machtausgleich schaffen, indem er den Schädiger schwächt. 

Prof Dr. Haller zeigt an vielen Beispielen im Buch, um was es eigentlich geht. Er schreibt über Rachefantasien und wie es schließlich zu Racheaktionen kommt. Er erwähnt auch Dürrenmatts "Besuch der alten Dame", um zu zeigen, welchen Weg Rache gehen kann, um ihr Ziel zu erreichen.

Dann schreibt er über einzelne Mittel, Rache zu nehmen und nennt zuallererst das Schweigen. Wenn ein Mitmensch kein Wort mehr wert sei, dann soll durch das Schweigen zum Ausdruck gebracht werden, dass er nicht mehr existiere. Der Fachausdruck hierfür heißt #Ostrazismus. Der Ausschluss aus der schützenden Gruppe sei bei unseren Ur-Vorfahren einem Todesurteil gleichgekommen. 

Der Autor geht Ursachen und Motiven für Rache nach und nennt  fünf Punkte, weshalb aus wissenschaftlicher Sicht gerächt wird. Rache sei keine Krankheit und Rachemotive seien niemals krankheitsauslösend. Aber die Motive können krankhaft sein. Dies gilt für Fanatismus und Querulanz.

Man erfährt mehr über Rache als Strafe und deren Formen wie etwa die Todesstrafe, aber auch die Selbstbestrafung und liest zudem Wissenswertes zu den großen Triebfedern wir Zorn, Wut, Neid, Hass und Hassliebe. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Hass sehr viel positive Lebensenergie aufzehrt und den Hassenden unfrei macht. 

Der Autor lotet die unterschätzen Ursachen für Rache aus. Hier geht es um Nichtbeachtung, fehlende Wertschätzung, Undankbarkeit, Schuldzuweisung und Beschämung. Dabei sind die wichtigsten Beschämungsarten Erniedrigungen, die das Ziel haben, einen Menschen "klein zu machen" und zu entwerten, des Weiteren Beziehungsabbrüche, die die Botschaft enthalten "Du bist minderwertig, wir mögen und wollen dich nicht."

Sehr lesenswert auch ist Kapitel 11 "Die Rache des Narzissten".  Hier  sind die bösartigen Folterwerkzeuge neuerdings Mobbing und Stalking. 

Neben diesen  und einigen anderen Aspekten schließlich gelangt der Autor zu Kapitel "Bewältigung der Rache". Lösungsorientiert, macht er 10 Vorschläge, die jeder beherzigen sollte, der von Rachegedanken geplagt ist. 

Gelassenheit durch Loslassen ist ein gutes Mittel, nachdem man sich der Rachegefühle und -motive bewusst geworden ist. Vergeben und Verzeihen ist nicht immer einfach, auch wenn es gewiss vernünftig ist.


Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Der Alltags-Chillosoph- 40 kluge Pausen- Fabrice Midal- dtv

Der französische Philosoph Fabrice Midal ist Gründer der École occidentale de méditation (WestlicheMeditationsschule). Er lebt in Paris.

Im vorliegenden Werk widmet er sich klugen Sentenzen namhafter Persönlichkeiten, um diese, in seinen sich jeweils anschließenden Betrachtungen, den Lesern näher zu bringen und durch gut verständliche Meditationsübungen abzurunden. Bei den Zitaten handelt es sich um solche, die dem sokratischen Geist entsprechen.

Midal möchte keine Ratschläge erteilen wie dies üblicherweise Experten gerne tun, sondern als Philosoph zum Selbstdenken einladen. Es geht ihm bei seinen Texten darum, das die Leser sich auf ihre Menschlichkeit einlassen sollen und von der unmenschlichen Diktatur der Rentabilität befreien, alle und alles zum Rohstoff zu machen, den man ausbeuten kann. 

Er zeigt, dass Philosophie konkret ist, in einer Welt, die sich mehr und mehr im Abstrakten verliert. So entdeckt man in diesem Buch u.a. eine bemerkenswerte Meditation über das Vertrauen, eine andere darüber, wie wir eine Verbindung zu unseren Emotionen herstellen und eine weitere, wie man wahre Leidenschaft erkennt.

Sehr interessant fand ich u.a. die Reflektionen zu der Sentenz "Mit deinen Fehlern- keine Hast. Mach dich nicht leichtsinnigerweise daran, sie zu korrigieren. Was würdest Du an ihre Stelle setzen?" (Henri Michaux)

Wer sich immerfort optimieren möchte, mutiert zu einem aalglatten Wesen, ohne Ecken und Kanten, jedoch auch ohne viel Leben, so der Autor. Stattdessen ist es sinnvoller, unsere Fehler in Stärken, Trümpfe und Chancen zu verwandeln. Es geht darum, mit sich Frieden zu schließen und den Krieg, der zwischen uns und unseren Fehlern tobt, zu beenden. Nur so kann man aus Fehlern wirklich lernen.

Gefallen hat mir der Satz "Es ist unmöglich, die Vergangenheit zu verstehen, ohne sich mit der Gegenwart zu beschäftigen." (Marc Bloch)

Man sollte die eigene und die Vergangenheit der Welt immerfort neu überdenken, weil die jetzige Sicht mitunter die vormals schwierig erscheinende Zeit durch gemachte Erfahrungen uns als notwendig begreifen lässt. 

Dann ist da u.a. das Zitat "Wenn ich kein Blau habe, nehme ich Rot." (Pablo Picasso). Gemeint damit ist nicht einfach Rot anstelle von Blau zu verwenden, sondern zu akzeptieren, alles von Grund auf neu zu gestalten. Es geht darum, sich in der Situation, in der wir uns befinden, zu arrangieren. Nur so sind wir frei. 

 Ein gelungenes Buch. 

 Maximal empfehlenswert. 

 Helga König 

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Autosuggestion-Emile Coué at Verlag


Der Psychotherapeut Emile Coué (1857- 1926) beschrieb als Erster die Methode der Autosuggestion. Jährlich kamen mehrere zehntausend Hilfesuchende zu ihm, denen er in seinen zweistündigen unentgeltlichen Sitzungen half, ihr Welt-, Lebens- und Selbstbild so umzukehren, dass sie die Kraft des Geistes und der Selbstbeeinflussung erkannten und ihre Heilung als auch Besserung selbst in die Hand nahmen. 

Neben den wichtigsten Originaltexten des Psychotherapeuten, warten ein Beitrag von Fritz Schwarz, einfache Entspannungsübungen von Shirly Trickett und ein Nachwort von Franz Josef Neffe auf die Leser. 

Eingangs erfährt man Näheres über das Bewusste und das Unbewusste. Hier hält Coué fest, dass das Unbewusste nicht nur die Funktionen unseres Organismus, sondern auch die Ausführung all unserer Handlungen, ungeachtet ihrer Art, beherrsche. Man nenne dies Vorstellungskraft, die stets zum Handeln treibe, sogar gegen unseren Willen. 

Coué erläutert in der Folge die Begriffe Suggestion und Autosuggestion und schreibt darüber, wie man Autosuggestion durchführt bzw. anwendet. Den Begriff Autosuggestion definiert er wie folgt: "Einfluss der Vorstellungskraft auf die seelische und körperliche Verfassung des Menschen." So sind nach Coué nervlich bedingte Erschöpfungszustände, Stottern, Phobien und bestimmte Lähmungszustände das Ergebnis des Einwirkens des Unterbewussten auf die seelische und körperliche Verfassung. Das Unterbewusste könne allerdings auch die Heilung von seelischen und körperlichen Leiden bewirken. Die Vorstellungskraft könne gelenkt werden. Dies zu vermitteln, sieht er als seine Aufgabe. 

Der Autor zeigt sehr überzeugend anhand von Fällen Heilung durch Suggestion. Die eingebundenen Aufzeichnungen von Sitzungen seitens seiner Ehefrau sind auch sehr erhellend und verdeutlichen wie überzeugend er sein Thema vermitteln konnte und weshalb so viele Menschen zu seinen Vorträgen pilgerten.

Die Gedanken und Anweisungen von Emile Coué, die in einem speziellen Kapitel zusammengeführt sind, sollte man  sich zu Herzen nehmen. Hier auch schreibt er: "Der Schlüssel zu meiner Methode liegt im Wissen von der Überlegenheit und Vorstellungskraft über den Willen. Wenn beide in die gleiche Richtung gehen, wenn man sagt "Ich will, ich kann", so ist das hervorragend; im anderen Fall aber siegt immer die Vorstellungskraft über den Willen."

Zu lernen, das Unbewusste zu steuern, bedeutet sich selbst zu steuern, sagt Coué. Wer dies verstanden hat, wird fortan denken "Ich kann" und niemals "Ich kann es nicht". 

Zur Ausübung der Autosuggestion nach Coué erfährt man auch Näheres und zwar in Form von formulierten Aufgaben, die sehr zum Nachdenken und Handeln anregen. 

Coués Credo kann man mit den Worten zusammenfassen: "Gesundheit entspringt Gesunddenken", alles scheint dem Gesetz der Resonanz zu folgen, kurzum unsere Gedanken bestimmen unsere Realität.

Einfach ausprobieren. 

Sehr lesenswert! 

Helga König

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Rezension: Lieblosigkeit macht krank- Gerald Hüther-Herder


Der Neurobiologe Gerald Hüther befasst sich seit vielen Jahren mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, mit den Auswirkungen von Angst und Stress und auch der Bedeutung emotionaler Reaktionen. Der Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen ist Initiator und Vorstand der "Akademie für Potentialentfaltung". 

In seinem neuen Buch fragt er zunächst, was uns gesund aber auch was uns krank macht. Dabei ist der zentrale Ansatz dieser Publikation der, dass wir nicht davon krank werden, dass uns von außen etwas Krankmachendes überfällt oder ereilt, sondern wir deshalb krank werden, weil uns krank macht, was wir dafür halten, das uns glücklich machen soll. Es geht um Lieblosigkeit mit sich selbst und anderen.

Wie Hüther schreibt, sind zahlreiche Menschen auf der Suche nach möglichst viel Anerkennung, Erfolg, Reichtum und Besitz lieblos geworden. Anderen sei es wichtig, alles im Leben zu optimieren und zu kontrollieren, oft auch sich selbst. Auch ein solches Verhalten mache lieblos. Des Weiteren sei es lieblos, die Verantwortung auf andere zu schieben. 

Weil so viele Menschen lieblos mit sich selbst umgehen, werden nicht wenige von ihnen krank. 

Der Autor erwähnt nicht grundlos, dass man seelische Grundbedürfnisse stillen sollte, d.h. dass wir unser Zusammenleben künftig so gestalten sollten, wie es unserer Natur als soziale Wesen entspricht. Nur so können wir gesund bleiben oder es rasch wieder werden.

Gerald Hüther betont die Würde, der man sich bewusst werden muss, um keinen zum Objekt eigener Absichten, Bewertungen oder gar Maßnahmen zu machen, denn auch das ist lieblos und macht uns krank. Der Autor zählt eine Vielzahl von sogenannten Zivilisationskrankheiten auf, die ihren Ursprung im lieblosen Umgang mit sich selbst haben und erklärt, was es mit Ausgrenzung aus einer Gemeinschaft auf sich hat. 

Nicht nur als Kinder, sondern auch als Erwachsene erleben wir Ausgrenzung und werden an selbstbestimmtem Handeln gehindert, wodurch es, lt Gerald Hüther zur Aktivierung der gleichen neuronalen Netzwerke kommt, die immer dann aktiviert werden, wenn man körperliche Schmerzen erleidet. Zur Sprache gebracht werden u.a. krankmachende Anpassungsleistungen. Kinder lernen beispielweise ihre beiden Grundbedürfnisse, das nach Verbundenheit und nach Autonomie zu unterdrücken, zu verdrängen und abzuspalten. Auch von krankmachenden Überzeugungen ist die Rede, bevor sich der Autor mit Selbstheilung näher befasst. 

Stress und Angst sollen Gift für Selbstheilungsprozesse sein. Man erfährt in der Folge, was unsere Selbstheilungsprozesse schwächt und liest weiter, dass Menschen dann krank werden, wenn sie Vorstellungen folgen, die nicht mit ihren seelischen Grundbedürfnissen vereinbar sind. Überall dort, wo der Wohlstand wachse, steige die Zahl der chronisch kranken Menschen und multimorbider Patienten an. Dabei seien es ungünstige Vorstellungen, die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen, die ungünstige Auswirkungen auf unsere Gesundheit hätten. 

Konkurrenzverhalten stehe im Widerspruch zu unserem tiefen Bedürfnis nach Verbundenheit und mache entsprechend krank. Man erfährt, was unsere Selbstheilungskräfte stärkt und wie wir unsere eigenen Ängste besser verstehen können. Auch geht es darum, besser zu lernen, die Unkontrollierbarkeit des Lebens anzunehmen und verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Man sollte versuchen, seine im Laufe des Lebens gemachten Erfahrungen von Unverbundenheit, Unverständnis und Hilflosigkeit durch neue von Verbundenheit und eigener Gestaltungsfähigkeit zu überlagern. 

Gesund bleiben und rasch wieder genesen, können laut dem Autor nur Menschen, wenn sie in einer Welt leben, in der sie das Gefühl haben, aus sich selbst heraus zu verstehen, was in ihrer jeweiligen Lebenswelt geschieht, in der sie das, was sie verstanden haben, auch umzusetzen und zu gestalten in der Lage sind und in der ihnen das, was sie verstanden haben und selbst gestalten, als sinnvoll erscheint.

Wer seine Lebensfreude verliert, werde zunehmend kränker. Krisen und die Erkenntnis, dass es so nicht mehr weiter gehen kann, böten die Chance zur heilsamen Verwandlung. Es gehe darum, übernommene Objektrollen abzulegen und zur eigenen Subjekthaftigkeit zurückzukehren, sprich sich nicht mehr länger bevormunden, bewerten und benutzen zu lassen, aber auch selbst andere Menschen nicht mehr zum Objekt seiner eigenen Belehrungen, Bewertungen oder gar Maßnahmen zu machen. Kurzum es geht darum, Würde zu bewahren. 

Gerald Hüther zeigt wie man das Zusammenleben liebevoller gestalten kann und was es heißt, wieder gesund zu werden. Hat man sich erst einmal bewusst gemacht, dass fortdauernde Überbelastung und eine ungesunde, lieblose Lebensweise  uns schadet, ist der Anfang gemacht, um zu gesunden.

Ein tolles Buch. Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Willkommen im Atelier des Wandels- Christiane Gorius


Christiane Gorius, die Autorin dieses Essays, ist Germanistin und Sozialpsychologin. Ihr primäres Anliegen besteht darin, Menschen dazu zu bewegen, ihre #Resilienz und ihren #Selbstwert zu entdecken. 

Man sollte sich nicht von dem Cover beirren lassen, das seiner Farbe und des Motivs wegen, dazu veranlasst, das Buch vorschnell in eine esoterische Ecke zu verschubladen, sondern sich zunächst erst einmal in das Inhaltsverzeichnis vertiefen und sich alsdann in den beachtlichen Schreibfluss der Autorin einfühlen. 

#Christiane_Gorius wartet mit einer Fülle kluger Gedanken auf, spielt und tanzt mit diesen immerfort sehr gekonnt und fordert von den Lesern viel Konzentration aber auch Nachsicht, wenn sie gewagte Pirouetten dreht. Sie macht es ihren Lesern nicht einfach, denn sie möchte das Selbstdenken anstoßen, weil dieses die Basis des anzustrebenden Wandels ist. 

Ihr Anliegen ist also der Wandel eines jeden, mit dem Ziel, die eigene Schöpferkraft zu entdecken und zu nutzen, weil genau dies uns Freude bringt und das Leben wirklich auch lebenswert macht. Dabei geht es Christiane Gorius darum, zunächst unsere Ängste zu überwinden und so unsere Seele zu entlasten, weil diese, wie Marc Aurel schon sagte, die Farbe der Gedanken hat. 

Die Autorin bemüht Bilder aus der Natur, schreibt vom "Seelengarten", verwendet zudem die Metapher des Schmetterlings, um sich so unserer komplexen Innenwelt zu nähern, aus der sich unsere Kreativität speist, aus der  zudem Freude entspringt und auch besagtes Flow, das wir erleben, wenn wir Dinge tun, die unseren Gaben entsprechen und deshalb viel Vergnügen bereiten. 

Christiane Gorius zeigt wie wir unser Nervenkostüm nachhaltig pflegen können, weshalb es so wichtig ist, aufmerksam, aber auch dankbar zu sein und warum wir Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zu unserem inneren Team machen sollten. 

Die Autorin stellt einen Zusammenhang zwischen Schöpferkraft und Selbstvertrauen her und reflektiert die erlernte Hilflosigkeit, die dann existiert, "wenn ein Mensch verinnerlicht, dass er bestimmte Situationen und Sachverhalte im Leben generell weder kontrollieren noch beeinflussen kann."

Das Gefühl der Einflusslosigkeit könne so stark werden, dass die Person resigniere und depressiv werde. In dieser Situation wird rasch vergessen, dass man einen freien Willen besitzt, den man immer mutig nutzen sollte. Wie man durch Mut die erlernte Hilflosigkeit überwindet, wird auch thematisiert. 

Neben diesen Betrachtungen schreibt sie stets auch sehr gesellschaftspolitisch und wirbt u.a. für Empathie und Solidarität, um so für demokratische Grundwerte einzustehen. Sie wirbt des Weiteren für das Bedingungslose Grundeinkommen, das Menschen, wie sie und viele andere überzeugt sind, die Chance gibt, sich beruflich, künstlerisch und politisch nach ihren Anlagen zu entfalten.

Eine so entstandene seelische Wertschöpfungskette der Gesellschaft speise sich aus Ideen, Projekten und konstruktiven Erfindungen und werde schlussendlich vom gesellschaftlichen Einfühlungsvermögen zusammengehalten. 

Wer den Wandel möchte, will einen gestärkten Selbstwert für alle, denn dieser führe zu mehr Selbstverantwortung  sowie zu weniger Leid und Kränkung und zu einem wünschenswerten Zustand für die gesamte Menschheitsfamilie, dem Ende der Entfremdung. 

Das Buch empfehle ich gerne, weil es zum Nachdenken anregt und weil es  sehr viel Weisheit enthält. 

Helga König

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Rezension: Die Werte der Wenigen-Eliten und Demokratie-Herausgegeben von Konrad Paul Liessmann- Philosophicum Lech- Zsolnay

Der 23. Sammelband des #Philosophicum_Lech befasst sich mit dem Thema "Die Werte der Wenige- Eliten und Demokratie."  Dabei reicht das Spektrum an hochkarätigen Vorträgen vom Plädoyer für eine partizipative Arbeitswelt über Daten zur Verteilung von Macht und Kapital bis hin zur Werteethik unserer Wohlstandgesellschaft. Über die insgesamt 12 Verfasser der 12 Beiträge in diesem Band  erfährt man auf den letzten Seiten des Buches Wissenswertes. 

Der erste Beitrag mit dem Titel "Die Werte der Wenigen" stammt von Prof. Dr. Paul Liessmann, dem wissenschaftlichen Leiter des Philosophicum Lech. Hier erfährt man gleich eingangs, dass die Eliten, bestehend aus Spitzenpolitikern, Topmanagern, Meinungsführern und prominenten Intellektuellen derzeit einer scharfen Kritik ausgesetzt seien, die von Rechtspopulisten und Neokonservativen vorgetragen werde. Weil die Elitekritik von Rechtspopulisten komme, erscheine der Angriff auf die Eliten als Angriff auf jene Werte der demokratischen und offenen Gesellschaft, die die Eliten möglicherweise nicht immer lebten, doch zumindest propagierten und repräsentierten. 

Zu diesen Werten zählten Weltoffenheit, Toleranz, die Berücksichtigung globaler Perspektiven, die Verteidigung von Prinzipien wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Darüber hinaus garantierten Eliten den technischen, wissenschaftlichen, ökonomischen, ästhetischen und moralischen Fortschritt.

Insofern müssen Eliten in die Pflicht genommen werden. Sie müssen zugänglich für Kritik und Selbstkritik sein, wenn sie ein Bollwerk gegen die populistische Versuchung, gegen die Aushöhlung der Demokratie, gegen Fake-News und Verschwörungstheorien bleiben wollen. Wichtig ist, dass sie allen offen stünden und sich um die Verringerung der sozialen Ungerechtigkeiten kümmerten. 

Der Philosoph Alexander Grau schreibt  in seinem Beitrag über die neuen Eliten und ihre Werte und wartet mit sechs Thesen zu ihrer Ideologie auf. Er verdeutlicht u.a., dass die Eliten der Spätmoderne sich nicht als Hüter des Ewigen sehen wie die alten Eliten der Antike, des Mittelalters und auch der Neuzeit, sondern vielmehr als Speerspitze des Fortschritts. Dabei wird der Habitus dieser neuen Elite nicht bestimmt durch die Tradition ihrer Heimat und Herkunft, sondern durch die Regeln, die Moden und die Denkungsart und den Lifestyle ihrer global präsentierten Klasse. Deshalb komme es zu Konflikten mit jenen, die in einer diachron und räumlich verorteten Welt leben.

Die neue Elite halte nationale Kulturen für überholt, Grenzen jeder Art für einen Ausdruck von Borniertheit, man sei polyglott und bastele sich seinen Lebensstil aus Versatzstücken des globalen, individuellen Lebensstils. Die Moderne sei die erste Epoche, die sich selbst überwinden wolle. Werte wie Flexibilität, Spontanität und Begeisterungsfähigkeit sind die Kategorien, in denen man denkt und lebt. 

Die Politikphilosophin Katja Gentinetta erläutert, weshalb eine sachliche Elitekritik nottue und lässt den Leser nicht im Ungewissen, dass gute Eliten allen und schlechte nur sich selbst dienten. Heutige, politische Eliten, die nicht mehr aufs Gemeinwohl verpflichtet sind, sondern stattdessen Effizienz, Gier und Profit vorantrieben, könnten natürlich keine ethischen Autoritäten sein, weil diese nicht dem Zustand der Bindungslosigkeit entsprächen. 

Der Soziologe Prof. Dr. Michael Hartmann verdeutlicht in seinem Beitrag, auf welche Weise Eliten die Demokratie gefährden und erläutert die wesentlichen Gründe für den Aufschwung des Rechtspopulismus. In diesem Beitrag auch wird klargestellt, dass die Abgehobenheit der Eliten die Fortsetzung der neoliberalen Politik begünstige. 

Über die Macht der Geldeliten schreibt der Philosoph  Prof. Dr.  Christian Neuhäuser Wissenswertes. Er erklärt zunächst, was man unter Reichtum zu verstehen hat und wann dieser ungerecht wird. Erwähnt wird hier auch der Gerechtigkeitstheoretiker John Rawls, der überzeugt davon war, dass Menschen nur dann in Selbstachtung leben können, wenn die Gerechtigkeitsprinzipien in einer Gesellschaft umgesetzt sind. Reichtum eines gewissen Ausmaßes stehe im Widerspruch zum Gerechtigkeitsprinzip, denn es sei mit den gleichen Grundfreiheiten nicht vereinbar. Dies sei stets dann der Fall, wenn Reichtum zu großer politischer Macht führe, dann gefährde sie die Freiheit aller. Hinterfragt wird, weshalb es keine Beschränkung von Reichtum gäbe und und seitens des Kulturwissenschaftlers Prof. Dr. wie es jenseits der Werte-Eliten weitergehe. 

Fest steht, dass die neuen Eliten eine große Verantwortung haben. Um diesen gerecht zu werden, müssen sie mehr ethische Selbstverantwortung übernehmen als dies bislang erkennbar ist. Dies ist  die  beste Chance, sich Rechtspopulisten vom Hals zu halten.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Wer werden wir sein?- Über die Zukunft des Menschen-Herder



Dieses Buch enthält eine Sammlung von Fragen und wissenschaftlich fundierten Antworten aus ausgewählten Bereichen des endlosen Spektrums unseres Lebens. Dabei soll es nur ein kleines Abbild dessen sein, was uns bewegt und was uns Sorgen bereitet. 

Die Antworten unterschiedlicher namhafter Wissenschaftler wie etwa Manfred Spitzer, Peter Bieri und Harald Welzer zu Fragen von Andreas Lipinski dokumentieren, wie wir uns neu zu erfinden suchen und wie viel wir bereits erkannt und, trotz aller noch vor uns liegender Probleme, bereits vernünftig gelöst haben. 

Es sollte uns bewusst sein, dass die Entwicklung der menschlichen Zivilisation nicht gradlinig verläuft, sondern Misserfolge, Irrwege und regressive Phasen geradezu vorprogrammiert sind. Die wissenschaftliche Methode sei allerdings derzeit noch das einzige uns bekannte, zuverlässige Mittel, aus diesen Rückschritten zu lernen und die künftige Entwicklung in eine humane und lebensbejahende Richtung voranzutreiben. Weil es wichtig ist, dass viele Menschen, um den Schatz wissenschaftlicher Erkenntnisse wissen, um ihn zu würdigen, ist dieses Buch auf den Markt gekommen. Hier liefert die Wissenschaft Ansatzpunkte für den Leser und Erklärungen für die bislang erforschten und erkannten Prinzipien der Natur und unseres Zusammenlebens. 

Über die renommierten Gesprächspartner von Andreas Lipinski liest man auf den letzten Seiten Näheres, auch wird man informiert, welche Bücher diese Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verfasst haben. 

Untergliedert sind die Gespräche in drei Rubriken: 

Wer sind wir? Unsere Welt heute. 
Was kommt auf uns zu? Eine Welt im Umbruch. 
Wer werden wir sein? Blicke in die Zukunft. 

Zu einigen Themen, die in den Gesprächen ausgelotet werden, habe ich Bücher rezensiert. Vor nicht allzu langer Zeit zu Manfred Spitzers "Digitaler Demenz" und Barbara Bleischs "Familienbande in einer individualisierten Gesellschaft".  Mit Peter Bieri konnte ich vor einigen Jahren ein Gespräch realisieren zur Thematik "Wie wollen wir leben?"

Rezensionen zu Büchern von Harald Welzer und ein Interview sind auf "Buch, Kultur und Lifestyle" ebenfalls auffindbar. 

Der sehr belesene Andreas Lipinski stellt viele spannende Fragen. Hier hat mich vor allem das Gespräch mit dem promovierten Neurobiologen Peter Spork neugierig gemacht und zwar zum Thema "Der zweite Code-Epigenetik" und mich  zum Weiterlesen mir bislang noch nicht bekannter Bücher motiviert. 

Wer neugierig ist, wird hier viele Fragen beantwortet finden, die er sich  vielleicht selbst bereits gestellt hat und aus Mangel an wissenschaftlichem Hintergrundwissen bislang nicht beantworten konnte, so etwa "Warum neigen die meisten Menschen dazu, sich mit einfachen Erklärungen zufriedenzugeben, und verlassen sich auf althergebrachte und wissenschaftlich nicht bewiesene Tatsachen?"

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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