Der Psychologe Rolf Schmiel, Autor dieses Buches, hat sich nicht zuletzt durch 300 Fernsehauftritte aber auch durch seine Publikationen deutschlandweit einen hohen Bekanntheitsgrad erworben.
Der Untertitel seines neuen Werkes lässt bereits erahnen, worum es geht: um echte Verbundenheit statt tausend Kontakte. Wie ist diese Verbundenheit zu erreichen?
Schmiel untergliedert das Buch in 4 Teile, in denen er die für ihn zentrale Quelle des Lebensglücks für uns Menschen auslotet. Es geht ihm hierbei um die Nähe zu realen Menschen. Dann nämlich würden die Stresshormone messbar sinken. Lache man dazu noch gemeinsam, werde das Immunsystem gestärkt. Klingt verlockend.
Was man zu tun vermag, damit das eigene Leben durch "echte" Menschen bereichert werden kann, liest man in der Folge und weshalb die Kontakte in den sozialen Medien uns vereinsamen lassen, ebenfalls.
Der zum Teil harsche Ton im Netz sei zwischenzeitlich leider auch gängiger Umgangston in der realen Welt. Das hat Schmiel nicht unrecht.
Hate Speech und Cybermobbing habe zur Folge, dass sich die Hälfte aller Internetnutzer zwischenzeitlich aus Debatten raushalte, so Schmiel. Der ständig emotionale Ton im Netz wie auch die Reizüberflutung brächten viele um den Schlaf und schädigten so die Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit.
Unsere Kommunikation werde bedroht vom emotionalen Analphabetismus. Ja, leider!
Der Autor gibt gute Tipps, wie man sich dagegen schützen kann, beispielsweise indem man Filter und Algorithmen durchschaut und diese austrickst.
Sich gegenüber der zerstörerischen Kraft des digitalen Rausch zu immunisieren, ist mehr als sinnvoll. Dabei helfe das regelmäßige Gespräch mit echten Menschen. Was hier hilfreich ist, verrät der Autor, wie zu erwarten war. Schmiels Tipps sind wirklich gut und zielführend. Er wartet im Buch mit nicht nur wenigen auf. Das finde ich begrüßenswert.
Das Gefühl von Einsamkeit wirke ähnlich auf uns, wie das Gefühl unverstanden zu sein. Es sei ein Stressfaktor, der den Cortisolspiegel ansteigen lasse und zur Bildung ungesunden viszeralen Bauchfetts führe. Was man dagegen tun kann, erfährt man im Rahmen von weiteren Tipps, die man unbedingt beherzigen sollte, wie ich finde.
Im 2. Teil des Buches wird erläutert, weshalb gute Kommunikation stets bei uns selbst beginnt. Dabei ist die Grundidee der Kommunikation die Selbstfürsorge. Personen, die sich nicht gut um sich selbst kümmerten, saugten andere leer, denn sie benötigen dauernd Bestätigung und Wahrnehmung. Diese Feststellung deckt sich mit meinen Erfahrungen.
Was man tun kann, um Selbstfürsorge zu erreichen, wird sehr gut beschrieben, auch wie man Gefühle steuern kann, damit sie keine Gespräche zerstören.
Immer wieder helfen Tipps des Autors, das zuvor Gelesene in die Tat umzusetzen. Seine Fallgeschichten und aktuellen Studien im Buch sind sehr erkenntnisreich.
Ganz schlecht sind selbstredend negative Glaubenssätze. Hier gilt es die Kunst des wohlwollenden inneren Sprechens zu erlernen. Selbstreflektion führe letztlich zur Selbstverantwortung, was natürlich erstrebenswert aus vielfältigen Gründen ist.
Ein Mensch, der selbstverantwortlich agiert, wird offener auf andere zugehen und leichter gute Gespräche führen können, das ist eine der bemerkenswerten Botschaften des vorliegenden Buchs.
Heitere Gelassenheit macht Kommunikation auch mit schwierigen Zeitgenossen unkomplizierter, aber jeder weiß, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, gelingt selbst dem
selbst-reflektiertesten Menschen nicht immer. Wann triggert Provokation so sehr, dass man übellaunig wird? Dazu fällt gewiss jedem etwas ein. Wann ist eine Beziehungssituation so verfahren, dass ein gutes Gespräch in weite Ferne rückt? Und warum sollte man sich bei allem bemühen, seine Echokammern zu verlassen? Was bringt uns dies letztlich?
Trotz aller Unwägsamkeiten sollte man versuchen, sich innerlich zu verbinden, selbst mit schwierigen Zeitgenossen. Wie das geht und wie man Zugehörigkeit stärkt, wird gut vermittelt.
Schlussendlich liest man noch über die Liebe und was sie gefährdet. Das sollte sich jeder gut einprägen.
Wie wirkliche Begegnung möglich wird, zeigt dieses Buch hervorragend und verspricht mehr als nur Lesevergnügen zu sein.

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