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Rezension: Der Sturm der Stille- Warum Menschen den Kontakt abbrechen- Tina Soliman

Die Autorin dieses Buches ist die Journalistin und Regisseurin Tina Soliman. "Der Sturm vor der Stille" ist das zweite  Buch von ihr, das ich rezensiere. Ihr erstes Buch "Funkstille" habe ich auf  "Buch, Kultur und Lifestyle" Ende 2012 besprochen und Tina Soliman im Anschluss daran interviewt.

In ihrer neuen Publikation befasst sich die Autorin mit den Ursachen für Kontaktabbrüche und berichtet nicht zuletzt über Fallbeispiele. Durch ihr erstes Buch hat Soliman aufgrund von Hunderten von Personen, die ihr nach der Lektüre von "Funkstille" schrieben, weitere Erfahrungen zu dem Thema sammeln können. Diese Gedanken haben zu dem neuen Buch beigetragen. Des Weiteren hat die Autorin eine Fülle von weiterführender Literatur gelesen und diese zur Ursachenforschung zu Rate gezogen, zudem auch zahlreiche Fachleute befragt, um die Thematik wirklich breitgefächert auszuloten.

Nach mehr als 1000 Zuschriften in der Folge des Funkstille-Buches sieht Soliman den  wortlosen Abbruch mehr mit den Augen des Abbrechers, der "am Ende eines schmerzhaften Prozesses" abbricht. Wie sich zeigt, handelt es sich bei Abbrüchen nicht um spontane Entscheidungen, sondern es sind Jahre oder Monate der Vorbereitung voraus gegangen, die sich dann in einem Moment entladen. Die Botschaften der Abbrecher waren  im Vorfeld eher verschlüsselt und auch da schon in eine "Folie des Schweigens" verpackt.

Wichtig sei genau hinzusehen, wo die Funkstille begann, d.h. wo der Riss in der Beziehung eigentlich einsetzte. Offenbar erschließen sich hierbei die relevanten Dinge erst in der Retrospektive. Es scheint so zu sein, dass nach Unstimmigkeiten, kleinen und großen Verletzungen eine gewisse Ruhe eintritt, bevor es zum tatsächlichen Bruch kommt. Der Abbrecher sendet Notsignale "Bitte höre, was ich nicht sage", die vom Gegenüber nicht wahrgenommen werden. Dann erst passiert der wortlose Abbruch.

Viele Verlassene sehen im Rückblick, dass es Vorzeichen gab. Mitunter allerdings hat der Abbruch nicht wirklich etwas mit dem Verhalten des Verlassenen zu tun, sondern es kann sein, dass aufgrund eines banalen Ereignisses alte Wunden aus der Vergangenheit wieder aufbrechen und zu einem stellvertretenden Abbruch führen. Derjenige, der schweigt, entscheidet, wann er sein Schweigen bricht und er ist es auch, der darüber befindet, ob der Kontakt bestehen soll oder nicht. Offensichtlich ist, dass es Abbrecher gibt, die die Funkstille wählen, um zu überleben.

Weil die Trennung nicht angesprochen oder begründet wird, ist es kaum möglich,  die Beziehung abzuschließen. Nicht selten sind deshalb Menschen ein Leben lang oder darüber hinaus miteinander verstrickt. Im Buddhismus würde man  vermutlich von problematischen Anhaftungen sprechen.

Die Autorin hat sich intensiv mit dem Buch "Die Masken der Niedertracht" der französischen Psychologin Marie- France Hirigoyen befasst,  nach deren Auffassung Kontaktverweigerung zum Arsenal der psychischen Techniken narzisstisch geprägter Menschen gehört. Der gezielte Einsatz des Schweigens ist nach ihrer Ansicht eine Waffe und ein Manipulationswerkzeug. Oft findet innerhalb von Beziehungen Kontaktverweigerung statt, es wird nicht geredet, Narzissten verweigern sich. Das kann letztlich zur Funkstille des Abbrechers führen.

Tina Soliman schreibt über Auslöser für den Abbruch anhand zahlreicher Beispiele. Oft ist es die Erfahrung von Abwertung. Nicht selten sind diejenigen, die wortlos eine Beziehung beenden, diejenigen, die in der Beziehung weniger Macht ausgeübt haben, aber permanente Verletzungen erdulden mussten. Durch Kontaktabbruch wird die Hierarchie verändert, der vormals Dominante rutscht in die Position der Ohnmacht. Nicht selten ist Eifersucht Grund für einen Abbruch.

Der Psychologe Wolfgang Hantel-Quitmann, mit dem Soliman gesprochen hat, sagt, dass Eifersucht ein Zeichen massiver Verlustangst sei. Verdrängte Eifersucht über längere Zeit erlitten, kann auch zu Funkstille führen. Offenbar gibt es bei manchen Personen einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg an Liebesgefühlen und Verlustängsten. Männliche Abbrecher scheinen häufiger ein solches Problem zu haben.

Weil ich die Spannung auf das Buch nicht mindern will, werde ich ganz bewusst nicht auf einzelne Beispiele eingehen. Nicht selten sind Abbrecher übrigens Wiederholungstäter, weil ein Thema in ihnen wirkt, das sie nicht verarbeitet haben.

In zerstörerischen Beziehungen spielen Missgunst und Neid oftmals eine Rolle, die irgendwann in Hass umschlagen. Der eine will den anderen schließlich zerstören, weil dieser ihm nicht geben kann, was er braucht. Narzisstisch Perverse zerstören u.a. mittels Kommunikationsverweigerung. Diese ist dann Anlass für den Abbrecher irgendwann den Spieß herumzudrehen und schweigend zu gehen, wie weiter oben schonmals angedeutet.

Der Psychologe Wolfgang Schmidbauer meint lt. Frau Soliman, dass der Verlassene und auch der Abbrecher beide etwas gegen Kontakt und Nähe unternehmen, weil der Gesunde irgendwann nach vielen Kränkungen die Kampftechniken desjenigen mit den narzisstischen Störungen übernimmt und auf gleiche Weise zurückschlägt. Man erfährt Wissenswertes darüber, wie die Kindheit und Machtkämpfe damals und Abhängigkeiten und Manipulationen später auf Beziehungen wirken. Wenn Menschen nicht so angenommen werden, wie sie sein wollen, kann dies zum Abbruch in späteren Beziehungen führen.

Das Schweigen des Abbrechers kostet Energie und muss insgesamt als Ausdruck von Müdigkeit gewertet werden. Soliman schreibt Wissenswertes zum Narzissmus und hier auch, dass Narzissten durch ihr Verhalten Kontaktabbrüche provozieren, aber auch selbst zum Abbruch von Beziehungen neigen.

Man liest über prägende Ereignisse in der Biografie von Abbrechern, über all die Verletzungen seelischer Art, die Abbrüchen vorausgehen. Heutzutage, wo kaum noch offene Gespräche zustande kommen, erhöht sich die Anzahl der Kontaktabbrüche deutlich. Soliman zitiert in diesem Zusammenhang Soren Kierkegaard, von dem nachstehende Sentenz stammt:  "Wer sich aber nicht offenbaren kann, der kann auch nicht lieben, und wer nicht lieben kann, ist der unglücklichste von der Welt."

Das sollte man sich bewusst machen und  sich auch verdeutlichen, dass es wenig Sinn macht, sich gegen Funkstille aufzulehnen. Loslassen ist wohl das Beste, was man tun kann und das Wichtigstste ist,  dass man im Jahr der "Verständigung im Turm zu Babel" lernt, in Beziehungen jedweder Art offen zu kommunizieren, denn dann erübrigt sich das leidvolle Thema “Der Sturm vor der Stille“ das Tina Soliman brillant bearbeitet hat und  damit gewiss vielen Lesern zu guten Erkenntnissen verhilft.

Sehr empfehlenswert


Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Klett-Cotta-Verlag und können das Buch bestellen http://www.klett-cotta.de/buch/Gesellschaft/Der_Sturm_vor_der_Stille/48970:  Alternativ dazu empfehle ich Ihnen Ihren Buchhändler um die Ecke, denn dort ist es auch erhältlich.

Rezension: Der kleine Taschentherapeut- Arnold A und Clifford N Lazarus

Dieses hilfreiche Taschenbuch wurde von zwei Psychotherapeuten aus den USA verfasst. Dr. Arnold A. Lazarus war Professor an der Rutgers University, New Jersey und Direktor des "Lazarus Institutes". Der Autor verstarb 2013.  Sein Sohn  Dr. Clifford N. Lazarus ist immer noch am "Lazarus Institut" tätig. 

Ob man nach 60 Sekunden wieder o.k. ist, wie der Untertitel des Buches  verspricht,  möchte ich zwar bezweifeln, hilfreich ist der kleine Taschentherapeut aber allemal. 

Den Autoren ist es gelungen,  komplexe psychische Sachverhalte kompakt und gut verständlich darzustellen. Die insgesamt 116 Kapitel sind in 10 Abschnitte untergliedert. Diese Abschnitte lauten: Strategien, um psychisch gesund zu bleiben
Denken Sie sich gesund 
Handeln mit klarem Profil 
Gelingende Beziehungen 
Effizient kommunizieren 
Stress und Angst Depressionen, 
Wut und Stimmungsschwankungen 
Wie sie ihr Gewicht in den Griff bekommen 
Die Seelenklempnerei 
Vermischtes zum Thema Seelische Gesundheit. 

Aufgezeigt werden gleich zu Beginn Strategien, um psychisch gesund zu bleiben und man lernt auch die Macht der inneren Bilder kennen. Ja, man kann wieder ins Gleichgewicht kommen, wenn man sich entsprechend bemüht und es ist möglich, schlechte Angewohnheiten loszuwerden. Vor langen Jahren habe ich stark geraucht und habe die Methode, die hier im Buch beschrieben ist, angewandt. Es hat funktioniert. 

Gefallen haben mir die Empfehlungen, wie Menschen sinnesfroher werden können. Genussfähigkeit kann man lernen. Es ist nicht so schwierig und es macht das  Leben einfach angenehmer .

Im Grunde sollte man jeden Abend vor dem zu Bett gehen sich ein Kapitel vornehmen, um sich möglichst viele Sachverhalte bewusst zu machen. So etwa wie man wirklich effizient arbeitet. Effizientes Arbeiten gelingt am besten mittels einer Mischstrategie, bei der man kurze aber häufige Pausen einlegt. Hierdurch wird die Monotonie gebrochen, das Energiereservoir erneut aufgefüllt und man kann produktiver weiterarbeiten. 

Man erfährt u.a. was man unter effizienter Kommunikation zu verstehen hat. Es macht mitunter Sinn, das mit eigenen Worten zu wiederholen, was der andere gesagt hat, um Missverständnisse zu vermeiden und es macht auch Sinn sprachliche und nichtsprachliche Aspekte in Einklang zu bringen.

Ich teile die Meinung der Autoren, wenn sie sagen "Wer kein großes Geheimnis aus dem macht, was in ihm vorgeht, und bereitwillig sagt, was er meint, und meint, was er sagt, der ist in der Regel psychisch gesünder als ein anderer, der nichts von sich selbst preisgeben will." (136) 

Man liest Näheres im Hinblick auf die Vorzüge von Offenherzigkeit und wird über die Phasen von Stressreaktionen informiert. Sehr gut wird in wenigen Worten aufgezeigt, wie man dem Burnout vorbeugt. Dass Perfektionisten eine starke Tendenz für Burnout aufweisen, sollte all jenen zu denken geben, die vor lauter Perfektionismus nicht in die Gänge kommen und sich wegen fehlerhafter Nichtigkeiten den Kopf zermartern. Die Welt geht nicht unter, wenn man  sich beispielsweise vertippt.

Erläutert wird auch, was man bei Panikanfällen machen kann und wie man Ängste überwindet. Sehr gut wird über Depressionen, Wut und Stimmungsschwankungen aufgeklärt. Symptome für Depression sind übrigens Schlafstörungen, Gewichtsprobleme und Konzentrationsmangel. Über 80 % der Depressiven können behandelt werden. Dies ist die gute Nachricht. 

Die Autoren zeigen, dass Wut nicht gleichbedeutend mit Aggression ist, denn Wut ist ein Gefühlszustand, Aggression hingegen ein Verhalten. Möglich ist es gerechtfertigte Wut auf selbstsichere und nicht auf aggressive Weise zu äußern. Bei allem ist es wichtig, nie die Beherrschung zu verlieren, denn wenn man aus der Fassung gerät zeigt man, wie viel Macht ein anderer über uns hat. 

Spannend zu lesen, was die beiden Herren meinen, wie ein jeder sein Gewicht in den Griff bekommt. Die 5 Kapitel Abnehmen mit Vernunft ersetzen viele Gewichtsreduktionsbücher. Hier ist wirklich alles gesagt. Essen mit Verstand halte ich persönlich für sehr wichtig, aber noch wichtiger ist, sich in Ernährungsfragen kundig zu machen, weil dies die Voraussetzung für vernünftiges Speisen darstellt. 

Es führt zu weit,  auf alle 116 Kapitel hier näher einzugehen, gesagt werden aber kann, dass dieses Buch wirklich gute Hilfestellung leistet. Wer mehr über seelische Zusammenhänge weiß, kann sich einfacher von Schräglagen befreien und ist sich und anderen weniger ausgeliefert. 

Wenn man selbst nicht mehr weiter weiß, sollte man einen Therapeuten aufsuchen. Er weiß in der Regel fast immer Rat, sofern man bereit ist, wirklich mitzuarbeiten. 

Empfehlenswert.

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Rezension: Ich wünsch dir einen Freund- Anselm Grün

Dieses wunderbare Büchlein, das in jede Jackentasche passt und den Titel "Ich wünsch dir einen Freund trägt", hat der Benediktinermönche Anselm Grün verfasst. Es ist lange her als ich erstmals Ciceros, "Laelius de amicitia" - "Laelius- Über die Freundschaft" las und entsprechend neugierig machte mich jetzt Pater Anselms Buch. 

Er schreibt  gleich zu Beginn, die Antike gedanklich zuvor kurz streifend, dass im 18. Jahrhundert in der Philosophie und Dichtkunst die Freundschaft aufblühte, wohingegen ein Jahrhundert später man mehr auf die Familie fixiert war. Heute nun, da das familiäre und auch das berufliche Umfeld unsicher geworden sind, hält der Autor es für notwendig, erneut über die Freundschaft nachzudenken. 

Dabei greift er Stimmen auf, die "in der Geschichte der Philosophie, der Theologie und der Dichtung über die Freundschaft ertönt sind". Auch bezieht er sich auf Gespräche mit einem ausgewählten Freundeskreis. In diesen Gesprächen wurde deutlich, dass Freundschaft etwas Intimes sei und Zeit, Stille wie auch Empfindsamkeit benötige. Wer nur um sich kreise, der sei in sich gefangen und unfähig zur Freundschaft, so der Benediktinermönch, der den Philosophen Platon zitiert, der einst sagte, dass in der Freundschaft, etwas vom Geheimnis Gottes aufblitze. 

Aristoteles, so erfährt man, habe eine umfassende Freundschaftstheorie entworfen und nennt drei Arten der Freundschaft: die Freundschaft um des Nutzens, der Lust oder des Guten willens. Für Aristoteles sind die ersten beiden Freundschaften egoistisch. Insofern sind sie nur von kurzer Dauer. Nur die des guten Willens wegen geschlossene Freundschaft kann nach seiner Auffassung Bestand haben. 

Pater Anselm nennt zudem den Philosophen Harald Lemke, der auch den anderen genannten Freundschaften einen Wert beimisst. Er räumt aber ein, dass die beiden zuerst genannten unverbindlicher und insofern unbeständiger seien. Grund sei lt. Lemke, dass es zwischen Zweckfreundschaften "leicht zu Täuschungen, Missverständnissen, unerfüllten Erwartungen, Heuchelei und dem Gefühl des Ausgenutztseins komme." Pater Anselm schreibt in der Folge u.a. wie man sich für Freundschaften bereit macht, sich also öffnet, auch wie man sich selbst ein Freund ist und schließlich, was es heißt ein Freund zu sein. 

Freund werden heiße,  Mensch zu werden. Sehr zu bedenken ist die Tatsache: "In einem unmenschlichen Klima kann weder Freundschaft noch Leben noch Liebe gedeihen“ (S.69). Dass Freundschaft Freiheit bedeute habe ich neulich auch bei dem Philosophen Prof Dr. Han gelesen, allerdings erläutert Pater Anselm diese Bedeutung ausführlicher. 

Echte Freundschaft zeichne sich durch innere Freiheit aus. Dabei sei die Kritik am Freund eine Art Liebesdienst. Weil das Vertrauen so tief sei, müsse der Freund sich bei Kritik durch den Freund nicht angegriffen fühlen. 

Man erfährt, worin sich Liebe und Freundschaft unterscheiden und liest hier auch, dass der echte Freund keine Eifersucht kenne, weil Freundschaft auf einem geistigen Fundament beruhe, dem Beschränkung fremd sei. 

Bei allem benötige Freundschaft auch der körperlichen Nähe, die in einem herzlichen Umarmen zum Ausdruck komme. 

Vier Gefahren für die Freundschaft werden genannt und diese sollte man sich sehr bewusst machen. Zudem benötige Freundschaft  die Gleichheit der Freunde, denn ansonsten ist die Freundschaft bedroht. 

Man erfährt etwas über das Ende von Freundschaften, auch was Freunde Kindern und Jugendlichen bedeuten, liest über Männer- und Frauenfreundschaften und schließlich auch spirituellen Freundschaften zwischen Männern und Frauen, um letztlich sich bewusst zu werden, wie wichtig es ist,  Freunde zu haben und Freund zu sein.

In Zeiten der Vereinzelung ist Freundschaft  wichtiger denn je, auch um die Freiheit und Individualität aller zu kultivieren, die wie die Freundschaft selbst viel Gegenwind erhält.

Sehr empfehlenswert
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Rezension: Krankheit als Symbol- Rüdiger Dahlke

Der von mir hochgeschätzte Mediziner, Arzt für Naturheilweisen und Psychotherapeut  Dr. Rüdiger Dahlke   hat mit diesem Handbuch der Psychosomatik und integralen Medizin ein Buch vorgelegt, das sich in jedem Haushalt als Nachschlagwerk befinden sollte.

Wichtig allerdings ist, dass man es nicht erst dann zur Hand nimmt, wenn jemand krank geworden ist. "Krankheit als Symbol" schafft Bewusstsein, in dem es die symbolischen Bedeutungen von Krankheiten beleuchtet, was sich ereignen kann, wenn man nicht in seiner Mitte oder sinnentleert lebt und sich Fremdbestimmungen aller Art unterwirft. 

Dr. Dahlke führt zunächst in die Deutung der Krankheitsbilder ein und erörtert hier die Grundlagen und Grundbegriffe der integralen Medizin. Klar werden sollte uns, dass jedes Krankheitsgeschehen Energie bindet. Es ist davon auszugehen, dass Energien zwischen Bewusstseins- und Körperebene verschiebbar sind und Krankheit nicht selten mittels Verdrängung von Themen aus dem Bewusstsein in den Schatten bzw. im Körper entsteht. 

Dr. Dahlke geht bei der Krankheitsdeutung davon aus, dass jede Form mit Inhalt verbunden ist und beides bloß verschiedene Erscheinungsformen ein und derselben Form von Energie sei. Wie der Mediziner unterstreicht, verdeutlichen moderne Krankheitsbezeichnungen diesen Sinnverlust, indem sie mehr verklausulieren und verschleiern, anstelle zu erklären. Der Mediziner schreibt in seiner Einführung auch über die Gesetze der modernen Physik und des Schicksals. Wer sich mit Büchern des Autors befasst hat, kennt bereits das Resonanz- und Analogiegesetz und all die anderen physikalischen Gesetze, über die auch der Quantenphysiker Dr. Warnke aufklärt, dessen Buch "Quantenphilosophie und Interwelt" ich kürzlich rezensiert habe. 

Auch über die zwölf Lebensprinzipien wird man unterrichtet, die für die integrale Medizin unverzichtbar sind. Auf der Grundlage der Krankheitsbilder-Deutung im Zusammenhang mit dem Urprinzipienverständnis lässt sich sinnvoll Krankheitsvorbeugung betreiben. Detailliert äußert sich Dr. Dahlke zum Gebrauch dieses Buches. Aufbauend auf die Krankheitsbilder-Deutungen von Krankheit als Weg über Krankheit als Sprache der Seele, Frauen-Heil- Kunde, Krankheit als Sprache der Kindeseele, Lebenskrisen als Entwicklungschancen, Aggression als Chance, Schattenreisen ins Licht (Depression), Seeleninfarkt bis hin zu Monographien wie Herz(ens)probleme, Verdauungsprobleme und "Das Raucherbuch" kommen auch die Deutungen der Körpersprache hinzu, (vgl.: S.47). 

Im vorliegenden Buch geht es also darum die Gesamtheit der Krankheitsbilder mit einem Anspruch auf Vollständigkeit zu bearbeiten, um auf diese Weise einen leichten, raschen Zugang zur jeweiligen Symbolik zu finden. Wie Dr. Dahlke hervorhebt, verkörpern sich im Krankheitsbild eins ins Unbewusste gesunkene Lebens- oder Urprinzip bzw. eine Mischung daraus in unerlöster Form. 

Man muss die Gleichwertigkeit von Körper und Seele begreifen. Alles was im Körper Gestalt annimmt, hat auch eine seelische Seite. Dr. Dahlke nennt Tipps zur praktischen Umsetzung und auch die wesentlichen Kriterien zur Heilung. Wer gesund bleiben möchte, sollte meditieren und sich entspannen, sinnstiftend seinen Gaben gemäß leben und arbeiten, sich gesund ernähren und sich Energievampire vom Hals halten. Das entnehme ich jedenfalls diesem Buch. 

Teil 1 des Nachschlagewerks enthält das Register der Körperregionen und Organe. Hier wird die symbolische Bedeutung all dieser erklärt, auch die Aufgaben bzw. Themen, die damit verbunden sind und das jeweilige Urprinzip. Im Anschluss daran folgt im Teil 2 das Register der Symptome. So liest man bei jeder Krankheit zunächst Näheres zur Körperebene, dann zur Symptomebene, zur Bearbeitung, Einlösung und erfährt zudem den jeweils urprinzipiellen Bezug. Auf der Symptomebene bedeutet ein Herzinfarkt u.a. ein geringes Selbstwertgefühl, das durch gutes Funktionieren und Streben nach Anerkennung und Liebe aufgebessert werden soll. 

Bei einem Infarkt tritt der "Gau" ein, d. h. der Zusammenbruch des Selbstwertgefühls. Unzufriedenheit, auch Einsamkeit werden auf der Symptomebene genannt. Menschen mit einem Herzinfarkt müssen sich der Mangelversorgung ihres Herzen mit Lebensenergie bewusst werden, sich Schwächen und Verletzlichkeiten eingestehen und den Schreien ihres Herzens nach Zuwendung Rechnung tragen, indem sie das Leben erneut zum Fließen bringen. 

Es ist natürlich unmöglich,  hier auf die vielen im Buch aufgelisteten Krankheiten einzugehen. Ein Schlaganfallpatient beispielsweise möchte auf der Symptomebene die problematische Seite seines Lebens ausschalten. Ziel ist es, die weibliche und männliche Seite in uns zu leben, wenn wir gesund bleiben wollen. 

Was meine gerade durchlebte  schmerzhafte Gürtelrose aufgrund von massiven Mobbing- und Stalking-Attacken seitens einer Schweizer Marketing-Firma  im Internet anbelangt, stimme ich aufgrund eigener Erfahrungen zu. Die Bearbeitung und Einlösung des Krankheitsbildes, die Dr. Dahlke vorschlägt, hilft und hat die Symptome bei mir nach fast 3 Monaten vollständig verschwinden lassen. 

Natürlich ist es notwendig, bei Krankheiten einen Ganzheitsmediziner aufzusuchen. Allerdings  ist es sinnstiftend, sich in diesem Buch im Vorfeld  zu informieren. 

PS: Wer an Nierensteinen leidet, sollte sich klar machen, dass er auf der Symptomebene versteinert reagiert und seine Haltung zu bestimmten Themen seines Lebens ändern muss. 

Sehr empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu  C. Bertelsmann und können das Buch bestellen oder aber  Sie beziehen es über Ihren Buchhändler um die Ecke: http://www.randomhouse.de/Buch/Krankheit-als-Symbol/Ruediger-Dahlke/e20844.rhd

Rezension: Quantenphilosophie und Interwelt- Ulrich Warnke

Dieses Buch des Biophysikers Dr. Ulrich Warnke eröffnet dem Leser den Zugang zur verborgenen Essenz des menschlichen Wesens. Sein Werk hat der Autor  in drei große Teile untergliedert:

-Die Welt als Illusion und Wunderkammer
-Expedition in die Interwelt 
-Wie wir unsere Zukunft erschaffen 

Nachdem Warnke in seiner Einleitung die spirituelle Dimension der Quantenphysik thematisiert hat, wird man alsbald mit der sogenannten Interwelt vertraut gemacht, die man sich als "Reich des ununterbrochenen tätigen, intelligenten, jedoch weitgehend verborgenen Quantenbewusstseins" vorzustellen hat. 

Die Interwelt ist die Heimat von Geist und Seele. Die Quantentheorie verdeutlicht, dass die Materie durch Lern- und Erfahrungsprozesse verändert wird. Das zeigt sich am deutlichsten anhand unseres Gehirns. Das gesamte Lernen, Konditionieren und Erfahren prägt sich im Unterbewusstsein ein. Dort auch werden die Informationen von außen dauernd gefiltert, sortiert und verarbeitet. Das hat zur Folge, dass wir immer weniger Eindrücke bewusst wahrnehmen, sondern bloß dieses noch, was in die erlernten Raster sich problemlos einfügt, (vgl.: S. 35). 

Als Motor für bewusste Lernprozesse nennt Warnke neben anderen Kriterien den Willen. Triebe und Wille sind die Instanzen, wonach wir unser Leben ausrichten. Als dritte Kraft kommt die Motivation dazu. Alle Instanzen entstammen der Interwelt mit Bewusstsein und Unterbewusstsein. Genau daraus entwickeln sich dann Vernunft, Gefühl, Geist und Seele. 

Man erfährt, dass Erinnerungen, Träume, Visionen und Glaubensinhalte in der Interwelt zuhause sind und dass all dies, was in besagter Interwelt stattfindet nicht wissenschaftlich messbar sei. Alles Unwägbare, nicht Messbare gehöre zum Jenseits, zur Interwelt. Für traditionell denkende Wissenschaftler, sei die Tatsache, dass die Interwelt ohne Raum und Zeit auskomme, ein Grund sie zu ignorieren. Deshalb auch sei sie einer größeren Öffentlichkeit nicht bekannt. 

Wie der Autor schreibt, sei alles untrennbar miteinander verbunden. Es gäbe nur ein einheitliches Sein und dies sei der Grund dafür, dass unser Wirkungskreis weit größer sei, als uns unsere Sinnesorgane signalisieren. Man erfährt Näheres über geistige Transformationen und begreift alsbald, dass es nicht klug ist,  im Vorbewusstsein gängiger Alltagserfahrungen zu verharren, weil wir dann nämlich nicht erkennen, das wir in einem immerwährenden, fein justierten Systemzusammenhang leben, der von einer universalen Intelligenz geschaffen wurde, (vgl.: 48) und entsprechend unklug handeln. 

Wer die Interwelt ignoriert, verkennt die geistige Macht, die alles dirigiert. Wer sie zur Kenntnis nimmt, hat die Chance zu begreifen, dass Materie und Geist, Diesseits und Jenseits, Alltagswelt und Interwelt, Endlichkeit und Unendlichkeit keine Gegensätze darstellen, sondern ineinander verwoben sind. Warnke macht deutlich, dass die Interwelt ein gigantisches Weltgedächtnis ist. Das Wissen dort  übersteige unser Vorstellungsvermögen. 

Ich möchte erst gar nicht anfangen all die Gedanken, die  den einzelnen Teilen und Kapiteln zugeordnet sind,  hier anzusprechen, denn das ist im Rahmen einer, Rezension überhaupt nicht möglich. Besonders spannend fand ich Kapitel 3- 5 im ersten Teil des Buches und hier auch den Hinweis, dass wir dann, wenn wir das Prinzip der Gedankenkräfte verstanden hätten,  fähig sind mit jedem beliebigen Wesen, auch geografisch weit entfernten Bekannten, auch mit gedachten und empfunden Wesen zu kommunizieren, sobald sich Empfindung und Wollen verbinden, (S. 97). 

Man erfährt Näheres über magisches Denken und das wir unsere Wirklichkeit umso wirkungsmächtiger verändern können je intensiver wir Empfindung und Gedanken verknüpfen. Mittels des Quantenprinzips haben wir die Chance, Wesen zu schaffen, die uns wohl tun. Wer als Kind sich einen Engel schuf, um getröstet zu sein, weiß dass sehr genau. Viele Phänome, wie Hellsehen, luzides Träumen, Sehen ohne Augen werden zur Sprache gebracht und man erfährt auch Näheres zur kognitiven Ignoranz. 

Kognitive Ignoranz besagt, dass wir nur das entdecken, was wir in unseren Aufmerksamkeitsfokus rücken. Wenn wir uns mit der Interwelt befassen, entdecken wir eine immaterielle Welt der Ideen, Vorstellungen und Empfindungen. Durch die Interwelt sind die Gestaltungsmöglichkeiten riesig und es wird klar, wie vorsichtig man in seinem Denken sein muss, denn alles, was wir erschaffen, bleibt an uns als Urheber gekoppelt. 

Warnke reflektiert auch den Tod, nicht zuletzt auch als Wiedergeburt. Die Befreiung von Geist und Seele im Tod ähnele einem Luziden Traum, in dem der Wille uns zu neuen Ufern führe, (vgl.: S.165).

Unsterbliches Bewusstsein wird erörtert und hier auch liest man ein Zitat des Biophysikers Markolf H. Niemz, dessen Hypothese darauf basiert, dass sich die bewusste Seele beim Sterben vom Körper wegbewegt und dabei auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wird. Kurzum Niemz meint: "Das Einzige , was einem Menschen nach dem Verlassen seines Körpers bleibt, ist Energie, Liebe, seine Persönlichkeit und sein Wissen", (S.184).

Interessant, was man über den vorbewussten Menschen liest, der in den Fängen des Verstandes bleibt und nichts von der Interwelt wissen möchte. Sein Verstand agiert als Blockade. Derjenige aber, der sich darauf einlässt, spürt die geistige Energie frei von Raum und Zeit. Es ist die Energie kollektiver Erfahrungen unzähliger Seelenerlebnisse, die genutzt werden möchten. In diesem Zusammenhang liest man auch über wahre Empfindungen, die die Brücke zur Seele seien und ihre eigene Intelligenz und ihre eigene Urteilskraft hätten. 

Man erfäht mehr über den Ego-Menschen und dem Schaden, den er durch sein hohes Aggressionspotential bei anderen und durch die negative Rückkopplung bei sich selbst anrichtet. Des Weiteren erfährt man Wissenswertes über die Verbindung zum Selbst und liest auch vom höheren Selbst, das die Summe von Erfahrungen - als geistige Einheiten gehen sie nicht verloren- in früheren Reinkarnationen gesammelt hat. 

Menschen, die mit ihrem wahren und ihrem höheren Selbst (was das ist wird gut erklärt) Verbindung aufnehmen, entwickeln die Fähigkeit zur reinen Wahrnehmung. Dies ist das Ziel aller meditativen Praktiken. 

Die Interwelt kann als Erinnerungsquelle genutzt werden, wie das funktioniert wird auch erläutert. Die Grundlagen der Quantenphilosophie werden erläutert und die Macht der Felder, sowie der Spin als Ordnungsschema wird erklärt. Dies alles in wenigen Sätzen wiederzugeben, führt jedoch zu weit. 

Dr. Warnke bringt dem Leser dem Leser die chemische Evolution nahe verdeutlicht anhand von 26. Punkten die wichtigsten Ideen des Models aus der Sicht des Erdenlebens. Hier auch macht er nochmals klar, dass das Ich, das sich zum Ego entwickelt hat, besessen ist von Gier und Macht und nicht erkennt, wie schön ein mit der universellen Software Leben gestaltet werden kann. 

Wer Zugriff auf die höchste Wahrheit, auf die Essenz des Lebens haben möchte, hat die Chance sich der Interwelt gegenüber zu öffnen. Das aber setzt voraus, dass man seinem Ego keinen großen Raum gibt. Gierigen Machtmenschen bleibt die Interwelt verschlossen.  Sie leben im vorbewussten Zustand und hinterlassen in der Regel nur verbrannte Erde. 

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Bin ich psycho- Joseff Aldenhoff

Professor Dr. Josef Aldenhoff möchte mit seinem Buch selbst dem Laien dabei helfen, "komplexe und durchaus bedrückende Seelenzustände" zu erschließen. Er bietet gewissermaßen einen Erste-Hilfe-Kurs für die Seele an. 

Liest man die einzelnen Kapitel, so hat man den Eindruck, dass es doch eigentlich gar nicht so problematisch ist, sich seiner Gefühle und Befindlichkeiten bewusst zu werden. Doch offenbar ist vielen Menschen ihr Seelenleben völlig fremd und sie wissen insofern nicht, wie sie mit ihrer Angst oder mit Depressionen etc. umgehen sollen.

Aldenhoffs Buch erweckt den Eindruck eines Nachschlagwerkes zum Thema Erste-Hilfe für die Seele. Man muss es nicht zwingend von der ersten bis zur letzten Seite gelesen haben, sondern kann sich einzelne Kapitel vornehmen, die das zur Sprache bringen, was uns vielleicht derzeit beschäftigt. 

Die Lebensregeln für einen guten Schlaf dürften allerdings  jeden interessieren und nicht wenige dürfte die Frage beschäftigen, weshalb Beziehungen so selten funktionieren. Der Autor stellt dahingehend einige Vermutungen an, räumt aber ein, dass es im Hinblick auf die Gründe weniger gut funktionierender Beziehungen  kaum solide Forschungsergebnisse gibt.

Können Therapien dann eigentlich fruchten, wenn der Therapeut selbst nichts Genaues weiß?

Über das Alter als Chance kann man lesen, auch über die Vor- und Nachteile des Denkens. Man erfährt zudem wie Psychosen entstehen und wie diese ausschauen, auch Traumatisierungen werden beleuchtet und immer wieder erhält man Hinweise, was zu tun ansteht, um seine Seele wieder gesunden zu lassen. 

Fast zum Schluss hat man die Chance, in einem ausnehmend guten Glossar eine Fülle von psychologischen Begriffen erklärt zu bekommen. Zudem gibt es auch noch eine Medikamentenübersicht mit lobenswerten Erläuterungen. 

Das Buch sollte jeder im Haus haben, ähnlich wie ein gutes Medizinbuch. Es schadet nicht, wenn man weiß, wodurch wir unsere Seele entlasten können.

Empfehlenswert

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Rezension: Faszination Gewalt- Josef Sachs, Volker Schmidt

Die beiden Psychiater Josef Sachs und Volker Schmidt erörtern in ihrem Buch, wodurch Kinder gewalttätig werden und hinterfragen zunächst, woher Gewaltbereitschaft eigentlich kommt.  Dabei verdeutlichen sie, dass Gewaltbereitschaft nur indirekt genetische Ursachen hat und zwar aufgrund von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen, die die Bereitschaft für gewalttätiges Verhalten erhöhen. Solche Persönlichkeitsmerkmale sind beispielweise Impulsivität und auch  intellektuelle Defizite, Kaltherzigkeit und Verantwortungslosigkeit. 

Für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen ist allerdings ein entscheidender Faktor die emotionale Bindung zwischen Eltern und ihnen, so die beiden Psychiater. Wenn die Bindung sich als sicher gestaltet, sind die Kinder weniger feindselig und es treten auch  nicht so viele Störungen der Impulskontrolle auf. Hingegen können gestörte Bindungen Gewaltfantasien entstehen lassen und bei gewalttätigem Verhalten eine Rolle spielen. 

Hervorgehoben wird, dass menschliche Denk- und Interpretationsmuster untrennbar mit kindlichen Bindungserfahrungen verknüpft sind und entsprechende Verhaltensmuster nach sich ziehen. Erörtert wird, wodurch sich Bindungsqualität negativ entwickelt und welche Denkmuster bei einem Kind entstehen, das alleine gelassen wird. Der Einfluss der Erziehung wird thematisiert und auch gezeigt, was geschieht, wenn eine Familie auseinanderfällt.

Aufgezeigt wird, dass durch eine gestörte Eltern-Kind-Bindung prosoziale Fähigkeiten wie Moral, Empathie, Fürsorge, Verantwortungs- und Verpflichtungsgefühl behindert werden. Man liest von der Sozialisation in der Peergroup, die sowohl sozial als auch dissozial verlaufen kann und es wird zudem darauf hingewiesen, dass ein problematisches Peer- Umfeld bei Jugendlichen zu gewalttätigen Handlungen, Deliquenz, Drogenkonsum und Risikoverhalten führen kann. Immer wieder werden Beispiele aufgezeigt, die das Verhalten, das beschrieben wird, illustrieren und  klar erkennbar machen. 

Interessanterweise werden bei jugendlichen Straftätern häufig Aufmerksamkeitsdefizite und Hyperaktivitätssstörungen (ADHS) festgestellt. Interessant auch, inwieweit Suchtmittel die Gewaltbereitschaft erhöhen. Offenbar führt Mischkonsum von Suchtmitteln  wie etwa Heroin und Alkohol, Kokain und andere Substanzen zu schlimmen Aggressionshandlungen. 

Menschen mit Persönlichkeitsstörungen und deren Gewaltbereitschaft sind ein weiteres Thema dieses Buches und auch über das Verhalten von Psychopathen wird man aufgeklärt. Hier liest man, dass Psychopathen in erster Linie ihre selbstsüchtigen Interessen verfolgen und ohne Rücksicht und Gewissensbisse in ihrem Handeln über Leichen gehen, (vgl.: S.74). 

Schizophrenie sowie Bindungsstörungen und Gewalt werden näher beleuchtet, bevor man Wissenswertes über die Gewalt im Laufe der Zeiten erfährt. Dabei sollte man wissen, dass brutale Gewalt zumeist von Männern ausgeübt wird. Besonders häufig werden Gewalthandlungen an Wochenenden und in den Stunden nach Mitternacht begangen. Man wird des Weiteren  über aktuelle Trends der Gewalt aufgeklärt, so beispielsweise über Gewalt im Internet, die in ihrer Perversion  all jenen nicht fremd ist, die  hier Mobbing und Stalking erfahren haben.  Das Gewaltverhalten der Jugendlichen wird durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten nachhaltig beeinflusst. 

Man liest über die Persönlichkeit von jugendlichen Straftätern und schließlich wie man das Jugendstrafrecht der Jugendgewalt begegnet. Sehr gut wird erörtert, was Eltern tun können und hier auch, was sie im Hinblick auf Medienerziehung leisten vermögen. Aufgelistet sind die Goldenen Regeln der Mediennutzung. Zudem wird  erläutert, was die Schule und die Schulpädagogik tun kann. 

Diese vielen konstruktiven Vorschläge machen das Buch  besonders empfehelnswert, um das Problem der Gewalt von Jugendlichen zu lösen und zu verhindern, dass aus diesen Tätern hochkriminelle Erwachsene werden.

Ein wichtiges Buch. Sehr empfehelenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann können Sie das Buch  im Orell Füssli Verlag direkt  bestellen oder wenden sich an Ihren Buchhändler, an dem Ort, wo Sie leben.

Rezension:Warum nicht: Über die Möglichkeit des Unmöglichen (Gebundene Ausgabe)

Wer die Liebe und Mitgefühl in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns stellt, hat kein Problem damit wertorientiert zu leben.

Der Psychotherapeut Prof. Dr. Uwe Böschemeyer hat erneut ein bemerkenswertes Buch vorgelegt, mittels dem er den Lesern zeigen möchte, "dass wir freier sind als wir denken, weil wir reicher sind als wir ahnen, dass sich unser Lebensgefühl wenden kann, wenn wir mehr als bisher die eigene, bisher nicht geglaubte eigene Größe und Kraft entdecken." Dabei geht es um verdeckte, verkapselte, verdrängte und verleugnete Fähigkeiten, die durch gegenwärtige Frustrationen oder aufgrund bereits vergangenen Lebens verdrängt worden sind. Der Autor will zum Leben ermuntern und Freude wecken, dass viele " begeisterungslos verbringen". Er möchte dafür werben, dass ein primär wertorientiertes Leben bei Weitem attraktiver ist als ein primär problemorientiertes.

 Zunächst hilft der Psychotherapeut den Lesern dabei zu ermitteln, wo sie heute stehen. Möchte man sich verändern, muss man fühlen, wieso man nicht mehr so weiterleben will wie bisher. Erst der Widerstand gegen das, was uns missfällt, macht es möglich, die eigene Trägheit zu überwinden. Psychische Lebenskraft verfügt- das muss man wissen- eine bedeutende Trägheit. Man erfährt, weshalb die Seele widersprüchlich reagiert und auch, was geschieht, wenn man das Gute in sich nicht akzeptiert. Solche Personen projizieren die Selbstablehnung auf andere, meinen andere seien gegen sie und verhalten sich destruktiv. Solche Personen lieben nicht, sondern lehnen ab, die Welt, in der sie Leben und das einzige, was sie haben,- sich selbst, (vgl.: S. 36).

Der Autor sieht als Hauptursache für die Möglichkeit der Selbstablehnung in der Macht des inneren Gegenspielers. Er begreift sie als Personifizierung der Lebensverneinung. Wer sich mit ihr gedanklich nicht befasst, kann sehr rasch in ihren Sog geraten mit entsprechenden Ergebnissen. Es ist alles andere als sinnvoll, seinen Blick einseitig zu fokussieren und damit keine Hoffnung auf Veränderung zuzulassen. So läuft man Gefahr existenziell frustriert zu werden.

Negative Gedanken bringen nicht nur negative Gefühle hervor, sondern auch unerwünschte körperliche Reaktionen, (vgl.: S.57). Solange uns unsere Untiefen emotional in Beschlag nehmen, kann man nicht wirklich sehen, was man auch noch ist, was an uns wertvoll erscheint, was uns Gründe liefert, mit uns befreundet zu sein. Der Autor zeigt, wie man ermitteln kann, wer man im Hier und Heute ist, indem er neun Typen näher beschreibt mit ihrer Sinnproblematik und dem jeweilig weiterführenden Wert.

Er verdeutlicht auch, weshalb man durchaus werden kann, der man sein könnte und macht klar wie wichtig Hoffnung ist. Dabei skizziert er die beiden Arten der Hoffnung und hilft zu erkennen, was man unter Hoffnungslosigkeit zu verstehen hat, zeigt auch wie man zu neuer Hoffnung gelangen kann und dass es manchmal nur an dem Moment der Versöhnung fehlt, um neues Hoffen entstehen zu lassen. Man liest von Wertimaginationen, die neues Hoffen entstehen lassen und dass schon die Suche nach Sinn Hoffnung bewirkt.

Um ein glückliches Leben zu führen, sollte man ein wertorientiertes Leben führen, denn dieses bewahrt vor Sinnkrisen.

Das vorliegende Buch hilft dabei, den Weg zu finden.

Empfehlenswert.

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Rezension:Die Vermessung der Liebe: Vertrauen und Betrug in Paarbeziehungen (Gebundene Ausgabe)

Autoren dieses bemerkenswerten Buches sind der Psychologieprofessor John M. Gottmann und die Journalistin Nan Silver. Das Werk wurde aus dem Amerikanischen von Cathrine Hornung übersetzt.

Nach langjährigen wissenschaftlichen Untersuchungen seitens Gottmann hat der Paarexperte herausgefunden, dass Vertrauen das A und O einer Beziehung ist und die Basis für langandauernde Liebesbeziehungen darstellt. Vertrauen wirkt stressreduzierend, weil es uns erlaubt, auch mit unvollständigen Informationen gelassen umzugehen.

Ziel des Autors ist es, Paaren dabei zu helfen, eine glücklichere Beziehung anzusteuern und Langzeitbeziehungen besser zu verstehen.

Gleich zu Beginn des Buches haben Paare die Chance ihr Vertrauensniveau mittels eines Tests auszuloten. Bei Paaren, die in der Lage sind, auch während eines Streits immer wieder in eine freundliche Gesprächszone zu wechseln und damit bindungsreparierend handeln, sind Streitgespräche weniger destruktiv und können zu konstruktiven Ergebnissen führen. Probleme entstehen, wenn verbohrt gemauert wird, dann sinkt das Vertrauensniveau rapide.

Sogenanntes "Flooding" verhindert bei Auseinandersetzungen, dass Reparaturmaßnahmen greifen und sich im Streit die Wogen glätten. Männer scheinen aufgrund ihrer männlichen Vorfahren weitaus intensiver Kampf-oder Flucht-Reaktionen aufzuweisen als Frauen und im Streit weitaus irrationaler zu handeln. Wenn Männer mit ihren Frauen streiten, spüren sie archaische Gefahr und ticken so als hätten sie ein "blutrünstiges Raubtier" (S.56) und nicht eine "wütende Partnerin" (S.56) vor sich.

Die fünf Schritte, die in die "Mausefalle" (Begriff der Autoren) führen, werden ausführlich erläutert. Mausefalle will sagen, dass die Beziehung entweder jahrelang vor sich hindümpelt, weil sie zerrüttet ist oder man sich trennt. In solchen kaputten Beziehungen wechseln sich Schweigen und lautstarke Auseinandersetzungen ab. Die meisten Therapeuten versuchen solchen Paaren bessere Kommunikations- und Verhandlungsfertigkeiten mit an die Hand zu geben, doch das scheint nicht zu genügen. Um was es eigentlich geht, ist das Vertrauen wieder aufzubauen.

Wo kein Vertrauen mehr da ist, muss es Ursachen hierfür geben. Die Autoren beleuchten verschiedene Arten des Betrugs. Vertrauensbruch entsteht keineswegs nur durch sexuelle Untreue, von der im Buch ausführlich die Rede ist, sondern es gibt viele andere Kriterien, die das Vertrauen zerstören, so etwa solche, bei denen sich ein Partner nur bedingt für die Beziehung einsetzt, auch nicht sexuelle Affären pflegt, (z.B. mit seinem Hobby), wenn man sich als Geheimniskrämer erweist, ein Bündnis gegen den Partner schmiedet, kalt und abwesend reagiert, respektlos, ungerecht und selbstsüchtig handelt und Versprechen nicht einhält.

Beziehungen bestehen nicht zuletzt auch aus Verpflichtungen, die die Paare immer wieder aufs Neue abstimmen sollten. Wie das funktioniert, zeigen die Autoren sehr gut, z.B. indem sie Worte auflisten, die Gefühlszustände zum Ausdruck bringen und die man in Gesprächen mit dem Partner nutzen sollte, um positive oder negative Gefühllagen verbalisieren zu können. Verdeutlicht wird wie man sich einander zuwendet, kognitive und emotionale Reparaturen vornimmt und große als auch kleine Konflikte bewältigt.

Wie man lernt, erneut wieder zu vertrauen, wird auch sehr gut erläutert und zum Schluss wird auch noch klar dargelegt, von wem man besser die Finger lässt.

Aufrichtigkeit, Offenheit, Zuverlässigkeit, ethisches Handeln und Loyalitätsbeweise sind die Basis guter Beziehungen, weil sie Vertrauen schaffen. Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte besser keine Beziehung eingehen..

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Das schwarze Schaf: Benachteiligung und Ausgrenzung in der Familie (Gebundene Ausgabe)

Der Psychologe Dr. Peter Teuschel hat ein Buch geschrieben, das ich all jenen zu lesen empfehle, die in der eigenen Familie stark ausgegrenzt und benachteiligt werden. Solche Benachteiligungen sind in der Kindheit ein selbst für Dritte erkennbarer Mangel an emotionaler Zuwendung, aber auch materieller Beschneidungen bis zum systematischen Aushöhlen des Erbanteils, ohne dass der benachteiligte Nachkomme etwas tatsächlich Negatives gemacht hat.

Wie kann es dazu kommen, dass jemand zum schwarzen Schaf in einer Familie degradiert wird?

Wie Teuschel schon zu Beginn dieses hervorragenden Buches anspricht, haben diese von Mutter oder Vater ausgegrenzten Kinder nicht selten Schuldgefühle, weil sie meinen, weniger liebenswert als ihre Geschwister zu sein. Eltern lassen diese Kinder mit ihrem Kummer allein und streiten auf Anfrage die Ungleichbehandlung ab. Der Autor reflektiert die Ursachen dafür, weshalb manche Eltern einen Sündenbock oder wie er es auch nennt, einen Blitzableiter für die aufgestauten negativen Emotionen brauchen. Teuschel zeigt anhand vieler Beispiele die Problematik der familiären Ungerechtigkeit auf und betont "Diese ungleiche Behandlung, bei der ein Kind weniger Ernst genommen, mehr geschlagen, ständig abgewertet und regelrecht abgeschoben wird, zieht sich wie ein roter Faden durch Kindheit und Jugend."

Dem benachteiligten Kind werde Wichtiges vorenthalten, Teuschel schreibt von zu wenig Zuneigung, zu wenig Zärtlichkeit, Respekt sowie Kommunikation, weniger Taschengeld, keine Geschenke. Auch Bildung kann einem solchen Kind vorenthalten werden. So kommt es vor, dass intelligente Kinder, die zum schwarzen Schaf gemacht werden, im Gegensatz zu ihren Geschwistern nicht die höhere Schule besuchen dürfen.

Man erfährt, was Benachteiligung durch ein "zu wenig" bedeutet , aber auch durch ein "zu viel", in dem den schwarzen Schafen besonders viel Arbeit aufgebürdet wird und liest Wissenswertes über Benachteiligung durch eindeutig pathologische Verhaltensweisen. Zur Sprache gebracht wird die Teilnahmslosigkeit gegenüber Kindern, die in der Regel auf eine psychische Störung der Eltern hinweist, so auch auf deren dissoziale Neigungen, die sich darin äußern können, Lustgewinn durch Quälen, Demütigen oder Erniedrigen anderer Menschen, in diesem Fall an einem ihrer Kinder zu entwickeln.-- Familiäre Ausgrenzung ist primär materiell motiviert und hat "meist etwas Kaltes und Grausames an sich." Fast immer werden schwarze Schafe vor vollendete Tatsachen gestellt, Diskussionen werden im Keim erstickt. Gemeinsam mit dem Geld werden ihnen "Zuneigung, Liebe und Zugehörigkeit zur familiären Gemeinschaft entzogen". Die Botschaft laute: "Du bist vielleicht noch unser Kind, aber letztlich bist du nichts mehr wert. Du gehörst nicht mehr dazu, bist enterbt, ausgestoßen, entwertet." Dies alles könne ein echtes Trauma und schweres seelisches Leid verursachen.

Zwei Grundkonstellationen für Mobbing in der Familie werden genannt, eine davon besteht darin, dass das schwarze Schaf letztlich aus dem Familienverbund ausgeschlossen werden soll. Das Mobbing geht statisch gesehen von einem Familienmitglied aus. Um diesen Mobber herum positionieren sich Helfer, Zuschauer, Weggucker und Unterstützer. Im Grunde ist es genau so wie an anderen Orten, wo ein Mobber aktiv ist.

Thematisiert wird, wie es kommt, dass jemand in der Familie zum schwarzen Schaf gemacht wird. Hier ist dann beispielsweise von unreifen Eltern, auch von gestörten Persönlichkeiten die Rede. Wenn Familienmitglieder seitens der Mobber um ihr Erbe gebracht werden sollen, bedarf es einer langen vorausschauenden Planung. Der Autor schreibt von kaltem Kalkül, das bei solchen mobbenden Familienmitgliedern vorliegt.

Man erfährt nicht nur Wissenswertes über die Persönlichkeit solcher Familienmobber, sondern liest auch über die Persönlichkeit der Opfer, die nicht selten dazu neigen sich selbst abzuwerten oder selbst auszubeuten, ruhelos und heimatlos sind und aufgrund ihrer Familie an Depressionen, Angststörungen und Verbitterung leiden. Wie sich die Opfer der Mobber in ihrem persönlichen Umfeld verhalten, erfährt man auch.

Zum Schluss werden Wege aufgezeigt, wie die Gemobbten den Kopf frei bekommen, vor allem stärker und achtsamer werden können, um sich von der Last des Unrechts das die eigene Familie an ihnen ausgeübt hat, zu befreien.

Sehr empfehlenswert.

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