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Rezension: Quantenphilosophie und Interwelt- Ulrich Warnke

Dieses Buch des Biophysikers Dr. Ulrich Warnke eröffnet dem Leser den Zugang zur verborgenen Essenz des menschlichen Wesens. Sein Werk hat der Autor  in drei große Teile untergliedert:

-Die Welt als Illusion und Wunderkammer
-Expedition in die Interwelt 
-Wie wir unsere Zukunft erschaffen 

Nachdem Warnke in seiner Einleitung die spirituelle Dimension der Quantenphysik thematisiert hat, wird man alsbald mit der sogenannten Interwelt vertraut gemacht, die man sich als "Reich des ununterbrochenen tätigen, intelligenten, jedoch weitgehend verborgenen Quantenbewusstseins" vorzustellen hat. 

Die Interwelt ist die Heimat von Geist und Seele. Die Quantentheorie verdeutlicht, dass die Materie durch Lern- und Erfahrungsprozesse verändert wird. Das zeigt sich am deutlichsten anhand unseres Gehirns. Das gesamte Lernen, Konditionieren und Erfahren prägt sich im Unterbewusstsein ein. Dort auch werden die Informationen von außen dauernd gefiltert, sortiert und verarbeitet. Das hat zur Folge, dass wir immer weniger Eindrücke bewusst wahrnehmen, sondern bloß dieses noch, was in die erlernten Raster sich problemlos einfügt, (vgl.: S. 35). 

Als Motor für bewusste Lernprozesse nennt Warnke neben anderen Kriterien den Willen. Triebe und Wille sind die Instanzen, wonach wir unser Leben ausrichten. Als dritte Kraft kommt die Motivation dazu. Alle Instanzen entstammen der Interwelt mit Bewusstsein und Unterbewusstsein. Genau daraus entwickeln sich dann Vernunft, Gefühl, Geist und Seele. 

Man erfährt, dass Erinnerungen, Träume, Visionen und Glaubensinhalte in der Interwelt zuhause sind und dass all dies, was in besagter Interwelt stattfindet nicht wissenschaftlich messbar sei. Alles Unwägbare, nicht Messbare gehöre zum Jenseits, zur Interwelt. Für traditionell denkende Wissenschaftler, sei die Tatsache, dass die Interwelt ohne Raum und Zeit auskomme, ein Grund sie zu ignorieren. Deshalb auch sei sie einer größeren Öffentlichkeit nicht bekannt. 

Wie der Autor schreibt, sei alles untrennbar miteinander verbunden. Es gäbe nur ein einheitliches Sein und dies sei der Grund dafür, dass unser Wirkungskreis weit größer sei, als uns unsere Sinnesorgane signalisieren. Man erfährt Näheres über geistige Transformationen und begreift alsbald, dass es nicht klug ist,  im Vorbewusstsein gängiger Alltagserfahrungen zu verharren, weil wir dann nämlich nicht erkennen, das wir in einem immerwährenden, fein justierten Systemzusammenhang leben, der von einer universalen Intelligenz geschaffen wurde, (vgl.: 48) und entsprechend unklug handeln. 

Wer die Interwelt ignoriert, verkennt die geistige Macht, die alles dirigiert. Wer sie zur Kenntnis nimmt, hat die Chance zu begreifen, dass Materie und Geist, Diesseits und Jenseits, Alltagswelt und Interwelt, Endlichkeit und Unendlichkeit keine Gegensätze darstellen, sondern ineinander verwoben sind. Warnke macht deutlich, dass die Interwelt ein gigantisches Weltgedächtnis ist. Das Wissen dort  übersteige unser Vorstellungsvermögen. 

Ich möchte erst gar nicht anfangen all die Gedanken, die  den einzelnen Teilen und Kapiteln zugeordnet sind,  hier anzusprechen, denn das ist im Rahmen einer, Rezension überhaupt nicht möglich. Besonders spannend fand ich Kapitel 3- 5 im ersten Teil des Buches und hier auch den Hinweis, dass wir dann, wenn wir das Prinzip der Gedankenkräfte verstanden hätten,  fähig sind mit jedem beliebigen Wesen, auch geografisch weit entfernten Bekannten, auch mit gedachten und empfunden Wesen zu kommunizieren, sobald sich Empfindung und Wollen verbinden, (S. 97). 

Man erfährt Näheres über magisches Denken und das wir unsere Wirklichkeit umso wirkungsmächtiger verändern können je intensiver wir Empfindung und Gedanken verknüpfen. Mittels des Quantenprinzips haben wir die Chance, Wesen zu schaffen, die uns wohl tun. Wer als Kind sich einen Engel schuf, um getröstet zu sein, weiß dass sehr genau. Viele Phänome, wie Hellsehen, luzides Träumen, Sehen ohne Augen werden zur Sprache gebracht und man erfährt auch Näheres zur kognitiven Ignoranz. 

Kognitive Ignoranz besagt, dass wir nur das entdecken, was wir in unseren Aufmerksamkeitsfokus rücken. Wenn wir uns mit der Interwelt befassen, entdecken wir eine immaterielle Welt der Ideen, Vorstellungen und Empfindungen. Durch die Interwelt sind die Gestaltungsmöglichkeiten riesig und es wird klar, wie vorsichtig man in seinem Denken sein muss, denn alles, was wir erschaffen, bleibt an uns als Urheber gekoppelt. 

Warnke reflektiert auch den Tod, nicht zuletzt auch als Wiedergeburt. Die Befreiung von Geist und Seele im Tod ähnele einem Luziden Traum, in dem der Wille uns zu neuen Ufern führe, (vgl.: S.165).

Unsterbliches Bewusstsein wird erörtert und hier auch liest man ein Zitat des Biophysikers Markolf H. Niemz, dessen Hypothese darauf basiert, dass sich die bewusste Seele beim Sterben vom Körper wegbewegt und dabei auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wird. Kurzum Niemz meint: "Das Einzige , was einem Menschen nach dem Verlassen seines Körpers bleibt, ist Energie, Liebe, seine Persönlichkeit und sein Wissen", (S.184).

Interessant, was man über den vorbewussten Menschen liest, der in den Fängen des Verstandes bleibt und nichts von der Interwelt wissen möchte. Sein Verstand agiert als Blockade. Derjenige aber, der sich darauf einlässt, spürt die geistige Energie frei von Raum und Zeit. Es ist die Energie kollektiver Erfahrungen unzähliger Seelenerlebnisse, die genutzt werden möchten. In diesem Zusammenhang liest man auch über wahre Empfindungen, die die Brücke zur Seele seien und ihre eigene Intelligenz und ihre eigene Urteilskraft hätten. 

Man erfäht mehr über den Ego-Menschen und dem Schaden, den er durch sein hohes Aggressionspotential bei anderen und durch die negative Rückkopplung bei sich selbst anrichtet. Des Weiteren erfährt man Wissenswertes über die Verbindung zum Selbst und liest auch vom höheren Selbst, das die Summe von Erfahrungen - als geistige Einheiten gehen sie nicht verloren- in früheren Reinkarnationen gesammelt hat. 

Menschen, die mit ihrem wahren und ihrem höheren Selbst (was das ist wird gut erklärt) Verbindung aufnehmen, entwickeln die Fähigkeit zur reinen Wahrnehmung. Dies ist das Ziel aller meditativen Praktiken. 

Die Interwelt kann als Erinnerungsquelle genutzt werden, wie das funktioniert wird auch erläutert. Die Grundlagen der Quantenphilosophie werden erläutert und die Macht der Felder, sowie der Spin als Ordnungsschema wird erklärt. Dies alles in wenigen Sätzen wiederzugeben, führt jedoch zu weit. 

Dr. Warnke bringt dem Leser dem Leser die chemische Evolution nahe verdeutlicht anhand von 26. Punkten die wichtigsten Ideen des Models aus der Sicht des Erdenlebens. Hier auch macht er nochmals klar, dass das Ich, das sich zum Ego entwickelt hat, besessen ist von Gier und Macht und nicht erkennt, wie schön ein mit der universellen Software Leben gestaltet werden kann. 

Wer Zugriff auf die höchste Wahrheit, auf die Essenz des Lebens haben möchte, hat die Chance sich der Interwelt gegenüber zu öffnen. Das aber setzt voraus, dass man seinem Ego keinen großen Raum gibt. Gierigen Machtmenschen bleibt die Interwelt verschlossen.  Sie leben im vorbewussten Zustand und hinterlassen in der Regel nur verbrannte Erde. 

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Bin ich psycho- Joseff Aldenhoff

Professor Dr. Josef Aldenhoff möchte mit seinem Buch selbst dem Laien dabei helfen, "komplexe und durchaus bedrückende Seelenzustände" zu erschließen. Er bietet gewissermaßen einen Erste-Hilfe-Kurs für die Seele an. 

Liest man die einzelnen Kapitel, so hat man den Eindruck, dass es doch eigentlich gar nicht so problematisch ist, sich seiner Gefühle und Befindlichkeiten bewusst zu werden. Doch offenbar ist vielen Menschen ihr Seelenleben völlig fremd und sie wissen insofern nicht, wie sie mit ihrer Angst oder mit Depressionen etc. umgehen sollen.

Aldenhoffs Buch erweckt den Eindruck eines Nachschlagwerkes zum Thema Erste-Hilfe für die Seele. Man muss es nicht zwingend von der ersten bis zur letzten Seite gelesen haben, sondern kann sich einzelne Kapitel vornehmen, die das zur Sprache bringen, was uns vielleicht derzeit beschäftigt. 

Die Lebensregeln für einen guten Schlaf dürften allerdings  jeden interessieren und nicht wenige dürfte die Frage beschäftigen, weshalb Beziehungen so selten funktionieren. Der Autor stellt dahingehend einige Vermutungen an, räumt aber ein, dass es im Hinblick auf die Gründe weniger gut funktionierender Beziehungen  kaum solide Forschungsergebnisse gibt.

Können Therapien dann eigentlich fruchten, wenn der Therapeut selbst nichts Genaues weiß?

Über das Alter als Chance kann man lesen, auch über die Vor- und Nachteile des Denkens. Man erfährt zudem wie Psychosen entstehen und wie diese ausschauen, auch Traumatisierungen werden beleuchtet und immer wieder erhält man Hinweise, was zu tun ansteht, um seine Seele wieder gesunden zu lassen. 

Fast zum Schluss hat man die Chance, in einem ausnehmend guten Glossar eine Fülle von psychologischen Begriffen erklärt zu bekommen. Zudem gibt es auch noch eine Medikamentenübersicht mit lobenswerten Erläuterungen. 

Das Buch sollte jeder im Haus haben, ähnlich wie ein gutes Medizinbuch. Es schadet nicht, wenn man weiß, wodurch wir unsere Seele entlasten können.

Empfehlenswert

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Rezension: Faszination Gewalt- Josef Sachs, Volker Schmidt

Die beiden Psychiater Josef Sachs und Volker Schmidt erörtern in ihrem Buch, wodurch Kinder gewalttätig werden und hinterfragen zunächst, woher Gewaltbereitschaft eigentlich kommt.  Dabei verdeutlichen sie, dass Gewaltbereitschaft nur indirekt genetische Ursachen hat und zwar aufgrund von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen, die die Bereitschaft für gewalttätiges Verhalten erhöhen. Solche Persönlichkeitsmerkmale sind beispielweise Impulsivität und auch  intellektuelle Defizite, Kaltherzigkeit und Verantwortungslosigkeit. 

Für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen ist allerdings ein entscheidender Faktor die emotionale Bindung zwischen Eltern und ihnen, so die beiden Psychiater. Wenn die Bindung sich als sicher gestaltet, sind die Kinder weniger feindselig und es treten auch  nicht so viele Störungen der Impulskontrolle auf. Hingegen können gestörte Bindungen Gewaltfantasien entstehen lassen und bei gewalttätigem Verhalten eine Rolle spielen. 

Hervorgehoben wird, dass menschliche Denk- und Interpretationsmuster untrennbar mit kindlichen Bindungserfahrungen verknüpft sind und entsprechende Verhaltensmuster nach sich ziehen. Erörtert wird, wodurch sich Bindungsqualität negativ entwickelt und welche Denkmuster bei einem Kind entstehen, das alleine gelassen wird. Der Einfluss der Erziehung wird thematisiert und auch gezeigt, was geschieht, wenn eine Familie auseinanderfällt.

Aufgezeigt wird, dass durch eine gestörte Eltern-Kind-Bindung prosoziale Fähigkeiten wie Moral, Empathie, Fürsorge, Verantwortungs- und Verpflichtungsgefühl behindert werden. Man liest von der Sozialisation in der Peergroup, die sowohl sozial als auch dissozial verlaufen kann und es wird zudem darauf hingewiesen, dass ein problematisches Peer- Umfeld bei Jugendlichen zu gewalttätigen Handlungen, Deliquenz, Drogenkonsum und Risikoverhalten führen kann. Immer wieder werden Beispiele aufgezeigt, die das Verhalten, das beschrieben wird, illustrieren und  klar erkennbar machen. 

Interessanterweise werden bei jugendlichen Straftätern häufig Aufmerksamkeitsdefizite und Hyperaktivitätssstörungen (ADHS) festgestellt. Interessant auch, inwieweit Suchtmittel die Gewaltbereitschaft erhöhen. Offenbar führt Mischkonsum von Suchtmitteln  wie etwa Heroin und Alkohol, Kokain und andere Substanzen zu schlimmen Aggressionshandlungen. 

Menschen mit Persönlichkeitsstörungen und deren Gewaltbereitschaft sind ein weiteres Thema dieses Buches und auch über das Verhalten von Psychopathen wird man aufgeklärt. Hier liest man, dass Psychopathen in erster Linie ihre selbstsüchtigen Interessen verfolgen und ohne Rücksicht und Gewissensbisse in ihrem Handeln über Leichen gehen, (vgl.: S.74). 

Schizophrenie sowie Bindungsstörungen und Gewalt werden näher beleuchtet, bevor man Wissenswertes über die Gewalt im Laufe der Zeiten erfährt. Dabei sollte man wissen, dass brutale Gewalt zumeist von Männern ausgeübt wird. Besonders häufig werden Gewalthandlungen an Wochenenden und in den Stunden nach Mitternacht begangen. Man wird des Weiteren  über aktuelle Trends der Gewalt aufgeklärt, so beispielsweise über Gewalt im Internet, die in ihrer Perversion  all jenen nicht fremd ist, die  hier Mobbing und Stalking erfahren haben.  Das Gewaltverhalten der Jugendlichen wird durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten nachhaltig beeinflusst. 

Man liest über die Persönlichkeit von jugendlichen Straftätern und schließlich wie man das Jugendstrafrecht der Jugendgewalt begegnet. Sehr gut wird erörtert, was Eltern tun können und hier auch, was sie im Hinblick auf Medienerziehung leisten vermögen. Aufgelistet sind die Goldenen Regeln der Mediennutzung. Zudem wird  erläutert, was die Schule und die Schulpädagogik tun kann. 

Diese vielen konstruktiven Vorschläge machen das Buch  besonders empfehelnswert, um das Problem der Gewalt von Jugendlichen zu lösen und zu verhindern, dass aus diesen Tätern hochkriminelle Erwachsene werden.

Ein wichtiges Buch. Sehr empfehelenswert.

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Rezension:Warum nicht: Über die Möglichkeit des Unmöglichen (Gebundene Ausgabe)

Wer die Liebe und Mitgefühl in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns stellt, hat kein Problem damit wertorientiert zu leben.

Der Psychotherapeut Prof. Dr. Uwe Böschemeyer hat erneut ein bemerkenswertes Buch vorgelegt, mittels dem er den Lesern zeigen möchte, "dass wir freier sind als wir denken, weil wir reicher sind als wir ahnen, dass sich unser Lebensgefühl wenden kann, wenn wir mehr als bisher die eigene, bisher nicht geglaubte eigene Größe und Kraft entdecken." Dabei geht es um verdeckte, verkapselte, verdrängte und verleugnete Fähigkeiten, die durch gegenwärtige Frustrationen oder aufgrund bereits vergangenen Lebens verdrängt worden sind. Der Autor will zum Leben ermuntern und Freude wecken, dass viele " begeisterungslos verbringen". Er möchte dafür werben, dass ein primär wertorientiertes Leben bei Weitem attraktiver ist als ein primär problemorientiertes.

 Zunächst hilft der Psychotherapeut den Lesern dabei zu ermitteln, wo sie heute stehen. Möchte man sich verändern, muss man fühlen, wieso man nicht mehr so weiterleben will wie bisher. Erst der Widerstand gegen das, was uns missfällt, macht es möglich, die eigene Trägheit zu überwinden. Psychische Lebenskraft verfügt- das muss man wissen- eine bedeutende Trägheit. Man erfährt, weshalb die Seele widersprüchlich reagiert und auch, was geschieht, wenn man das Gute in sich nicht akzeptiert. Solche Personen projizieren die Selbstablehnung auf andere, meinen andere seien gegen sie und verhalten sich destruktiv. Solche Personen lieben nicht, sondern lehnen ab, die Welt, in der sie Leben und das einzige, was sie haben,- sich selbst, (vgl.: S. 36).

Der Autor sieht als Hauptursache für die Möglichkeit der Selbstablehnung in der Macht des inneren Gegenspielers. Er begreift sie als Personifizierung der Lebensverneinung. Wer sich mit ihr gedanklich nicht befasst, kann sehr rasch in ihren Sog geraten mit entsprechenden Ergebnissen. Es ist alles andere als sinnvoll, seinen Blick einseitig zu fokussieren und damit keine Hoffnung auf Veränderung zuzulassen. So läuft man Gefahr existenziell frustriert zu werden.

Negative Gedanken bringen nicht nur negative Gefühle hervor, sondern auch unerwünschte körperliche Reaktionen, (vgl.: S.57). Solange uns unsere Untiefen emotional in Beschlag nehmen, kann man nicht wirklich sehen, was man auch noch ist, was an uns wertvoll erscheint, was uns Gründe liefert, mit uns befreundet zu sein. Der Autor zeigt, wie man ermitteln kann, wer man im Hier und Heute ist, indem er neun Typen näher beschreibt mit ihrer Sinnproblematik und dem jeweilig weiterführenden Wert.

Er verdeutlicht auch, weshalb man durchaus werden kann, der man sein könnte und macht klar wie wichtig Hoffnung ist. Dabei skizziert er die beiden Arten der Hoffnung und hilft zu erkennen, was man unter Hoffnungslosigkeit zu verstehen hat, zeigt auch wie man zu neuer Hoffnung gelangen kann und dass es manchmal nur an dem Moment der Versöhnung fehlt, um neues Hoffen entstehen zu lassen. Man liest von Wertimaginationen, die neues Hoffen entstehen lassen und dass schon die Suche nach Sinn Hoffnung bewirkt.

Um ein glückliches Leben zu führen, sollte man ein wertorientiertes Leben führen, denn dieses bewahrt vor Sinnkrisen.

Das vorliegende Buch hilft dabei, den Weg zu finden.

Empfehlenswert.

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Rezension:Die Vermessung der Liebe: Vertrauen und Betrug in Paarbeziehungen (Gebundene Ausgabe)

Autoren dieses bemerkenswerten Buches sind der Psychologieprofessor John M. Gottmann und die Journalistin Nan Silver. Das Werk wurde aus dem Amerikanischen von Cathrine Hornung übersetzt.

Nach langjährigen wissenschaftlichen Untersuchungen seitens Gottmann hat der Paarexperte herausgefunden, dass Vertrauen das A und O einer Beziehung ist und die Basis für langandauernde Liebesbeziehungen darstellt. Vertrauen wirkt stressreduzierend, weil es uns erlaubt, auch mit unvollständigen Informationen gelassen umzugehen.

Ziel des Autors ist es, Paaren dabei zu helfen, eine glücklichere Beziehung anzusteuern und Langzeitbeziehungen besser zu verstehen.

Gleich zu Beginn des Buches haben Paare die Chance ihr Vertrauensniveau mittels eines Tests auszuloten. Bei Paaren, die in der Lage sind, auch während eines Streits immer wieder in eine freundliche Gesprächszone zu wechseln und damit bindungsreparierend handeln, sind Streitgespräche weniger destruktiv und können zu konstruktiven Ergebnissen führen. Probleme entstehen, wenn verbohrt gemauert wird, dann sinkt das Vertrauensniveau rapide.

Sogenanntes "Flooding" verhindert bei Auseinandersetzungen, dass Reparaturmaßnahmen greifen und sich im Streit die Wogen glätten. Männer scheinen aufgrund ihrer männlichen Vorfahren weitaus intensiver Kampf-oder Flucht-Reaktionen aufzuweisen als Frauen und im Streit weitaus irrationaler zu handeln. Wenn Männer mit ihren Frauen streiten, spüren sie archaische Gefahr und ticken so als hätten sie ein "blutrünstiges Raubtier" (S.56) und nicht eine "wütende Partnerin" (S.56) vor sich.

Die fünf Schritte, die in die "Mausefalle" (Begriff der Autoren) führen, werden ausführlich erläutert. Mausefalle will sagen, dass die Beziehung entweder jahrelang vor sich hindümpelt, weil sie zerrüttet ist oder man sich trennt. In solchen kaputten Beziehungen wechseln sich Schweigen und lautstarke Auseinandersetzungen ab. Die meisten Therapeuten versuchen solchen Paaren bessere Kommunikations- und Verhandlungsfertigkeiten mit an die Hand zu geben, doch das scheint nicht zu genügen. Um was es eigentlich geht, ist das Vertrauen wieder aufzubauen.

Wo kein Vertrauen mehr da ist, muss es Ursachen hierfür geben. Die Autoren beleuchten verschiedene Arten des Betrugs. Vertrauensbruch entsteht keineswegs nur durch sexuelle Untreue, von der im Buch ausführlich die Rede ist, sondern es gibt viele andere Kriterien, die das Vertrauen zerstören, so etwa solche, bei denen sich ein Partner nur bedingt für die Beziehung einsetzt, auch nicht sexuelle Affären pflegt, (z.B. mit seinem Hobby), wenn man sich als Geheimniskrämer erweist, ein Bündnis gegen den Partner schmiedet, kalt und abwesend reagiert, respektlos, ungerecht und selbstsüchtig handelt und Versprechen nicht einhält.

Beziehungen bestehen nicht zuletzt auch aus Verpflichtungen, die die Paare immer wieder aufs Neue abstimmen sollten. Wie das funktioniert, zeigen die Autoren sehr gut, z.B. indem sie Worte auflisten, die Gefühlszustände zum Ausdruck bringen und die man in Gesprächen mit dem Partner nutzen sollte, um positive oder negative Gefühllagen verbalisieren zu können. Verdeutlicht wird wie man sich einander zuwendet, kognitive und emotionale Reparaturen vornimmt und große als auch kleine Konflikte bewältigt.

Wie man lernt, erneut wieder zu vertrauen, wird auch sehr gut erläutert und zum Schluss wird auch noch klar dargelegt, von wem man besser die Finger lässt.

Aufrichtigkeit, Offenheit, Zuverlässigkeit, ethisches Handeln und Loyalitätsbeweise sind die Basis guter Beziehungen, weil sie Vertrauen schaffen. Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte besser keine Beziehung eingehen..

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Das schwarze Schaf: Benachteiligung und Ausgrenzung in der Familie (Gebundene Ausgabe)

Der Psychologe Dr. Peter Teuschel hat ein Buch geschrieben, das ich all jenen zu lesen empfehle, die in der eigenen Familie stark ausgegrenzt und benachteiligt werden. Solche Benachteiligungen sind in der Kindheit ein selbst für Dritte erkennbarer Mangel an emotionaler Zuwendung, aber auch materieller Beschneidungen bis zum systematischen Aushöhlen des Erbanteils, ohne dass der benachteiligte Nachkomme etwas tatsächlich Negatives gemacht hat.

Wie kann es dazu kommen, dass jemand zum schwarzen Schaf in einer Familie degradiert wird?

Wie Teuschel schon zu Beginn dieses hervorragenden Buches anspricht, haben diese von Mutter oder Vater ausgegrenzten Kinder nicht selten Schuldgefühle, weil sie meinen, weniger liebenswert als ihre Geschwister zu sein. Eltern lassen diese Kinder mit ihrem Kummer allein und streiten auf Anfrage die Ungleichbehandlung ab. Der Autor reflektiert die Ursachen dafür, weshalb manche Eltern einen Sündenbock oder wie er es auch nennt, einen Blitzableiter für die aufgestauten negativen Emotionen brauchen. Teuschel zeigt anhand vieler Beispiele die Problematik der familiären Ungerechtigkeit auf und betont "Diese ungleiche Behandlung, bei der ein Kind weniger Ernst genommen, mehr geschlagen, ständig abgewertet und regelrecht abgeschoben wird, zieht sich wie ein roter Faden durch Kindheit und Jugend."

Dem benachteiligten Kind werde Wichtiges vorenthalten, Teuschel schreibt von zu wenig Zuneigung, zu wenig Zärtlichkeit, Respekt sowie Kommunikation, weniger Taschengeld, keine Geschenke. Auch Bildung kann einem solchen Kind vorenthalten werden. So kommt es vor, dass intelligente Kinder, die zum schwarzen Schaf gemacht werden, im Gegensatz zu ihren Geschwistern nicht die höhere Schule besuchen dürfen.

Man erfährt, was Benachteiligung durch ein "zu wenig" bedeutet , aber auch durch ein "zu viel", in dem den schwarzen Schafen besonders viel Arbeit aufgebürdet wird und liest Wissenswertes über Benachteiligung durch eindeutig pathologische Verhaltensweisen. Zur Sprache gebracht wird die Teilnahmslosigkeit gegenüber Kindern, die in der Regel auf eine psychische Störung der Eltern hinweist, so auch auf deren dissoziale Neigungen, die sich darin äußern können, Lustgewinn durch Quälen, Demütigen oder Erniedrigen anderer Menschen, in diesem Fall an einem ihrer Kinder zu entwickeln.-- Familiäre Ausgrenzung ist primär materiell motiviert und hat "meist etwas Kaltes und Grausames an sich." Fast immer werden schwarze Schafe vor vollendete Tatsachen gestellt, Diskussionen werden im Keim erstickt. Gemeinsam mit dem Geld werden ihnen "Zuneigung, Liebe und Zugehörigkeit zur familiären Gemeinschaft entzogen". Die Botschaft laute: "Du bist vielleicht noch unser Kind, aber letztlich bist du nichts mehr wert. Du gehörst nicht mehr dazu, bist enterbt, ausgestoßen, entwertet." Dies alles könne ein echtes Trauma und schweres seelisches Leid verursachen.

Zwei Grundkonstellationen für Mobbing in der Familie werden genannt, eine davon besteht darin, dass das schwarze Schaf letztlich aus dem Familienverbund ausgeschlossen werden soll. Das Mobbing geht statisch gesehen von einem Familienmitglied aus. Um diesen Mobber herum positionieren sich Helfer, Zuschauer, Weggucker und Unterstützer. Im Grunde ist es genau so wie an anderen Orten, wo ein Mobber aktiv ist.

Thematisiert wird, wie es kommt, dass jemand in der Familie zum schwarzen Schaf gemacht wird. Hier ist dann beispielsweise von unreifen Eltern, auch von gestörten Persönlichkeiten die Rede. Wenn Familienmitglieder seitens der Mobber um ihr Erbe gebracht werden sollen, bedarf es einer langen vorausschauenden Planung. Der Autor schreibt von kaltem Kalkül, das bei solchen mobbenden Familienmitgliedern vorliegt.

Man erfährt nicht nur Wissenswertes über die Persönlichkeit solcher Familienmobber, sondern liest auch über die Persönlichkeit der Opfer, die nicht selten dazu neigen sich selbst abzuwerten oder selbst auszubeuten, ruhelos und heimatlos sind und aufgrund ihrer Familie an Depressionen, Angststörungen und Verbitterung leiden. Wie sich die Opfer der Mobber in ihrem persönlichen Umfeld verhalten, erfährt man auch.

Zum Schluss werden Wege aufgezeigt, wie die Gemobbten den Kopf frei bekommen, vor allem stärker und achtsamer werden können, um sich von der Last des Unrechts das die eigene Familie an ihnen ausgeübt hat, zu befreien.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden (Gebundene Ausgabe)

"Gelassenheit ist das Gefühl und der Gedanke, sich in einer Unendlichkeit geborgen zu wissen, für die nicht wichtig ist, welchen, Namen sie trägt." (S.106)

Prof. Dr. Wilhelm Schmid wartet in diesem Bücherfrühling mit einem bemerkenswerten kleinen Büchlein auf, das so gar nicht in den Frühling passen will, denn er thematisiert das Älterwerden. Der Autor zählt derzeit gerade mal 60 Lenze, sieht sich aber dennoch bereits genötigt, über zukünftige, möglicherweise weniger erquickliche Lebensphasen nachzudenken. Nicht viele tun dies in einer Zeit, wo die meisten, ewige Jugend anstreben und sich diesbezüglich pausenlos stressen.

Vor einigen Tagen habe ich auf Facebook das Bild und den Bericht über die derzeit älteste Frau auf der Welt verlinkt, weil sie gerade Geburtstag feierte. Ich wollte wissen, wie FB-Freunde darauf reagieren und freute mich über die Resonanz. Angst vor dem Älterwerden haben wir vermutlich nur dann, wenn wir keine betagten und dabei gesunden Menschen kennen gelernt haben, sei es persönlich oder aufgrund von Berichten. Dann verwechseln wir unter Umständen Alter mit Krankheit und das ist ein schwerer Fehler.

Mich fasziniert es seit meiner frühen Kindheit, wenn Menschen in ihrer vierten Lebensphase erkennbar entspannt und fröhlich sind. Mein 1871 geborener Urgroßvater war es und mein über 90 jähriger Onkel ist es auch, der übrigens davon überzeugt ist, dass Nachfolgegenerationen die Chance haben, weit über 100 Jahre alt zu werden, wenn sie sich gesund ernähren, sich ein wenig bewegen und eine positive Grundhaltung haben. Eines jedoch ist notwendig, man muss akzeptieren, dass das Leben endlich ist.

Diesbezüglich scheinen Menschen im Hier und Heute allerdings Probleme zu haben. Schmid reflektiert in 10 Kapiteln, was wir gewinnen, wenn wir älter werden. Ein toller Ansatz, der schon auf dem Cover deutlich macht, dass Älterwerden keinesfalls nur Verlust bedeutet, wie die Werbung und die Schönheitschirurgen aus Profítgíer es nicht selten uns allen weiß machen möchten.

Gleich auf den Seiten 10/11 schreibt Schmid "Gelassen leben kann ein Mensch nur mit dem, was er als wahr akzeptiert- ansonsten benötigt er alle Kraft für die Leugnung des angeblich Unwahren, das dennoch existiert." Genau deshalb ist es notwendig, die Endlichkeit auch körperliche Veränderungen, die mit dem Älterwerden zu tun haben, zu akzeptieren. Je mehr man sich gegen den natürlichen Prozess krampfhaft stemmt, umso mehr Fahrt nimmt er auf, so jedenfalls meine Beobachtungen. Schmidt bringt es auf den Punkt, indem er schreibt "Art of Aging statt Anti-Aging- eine Kunst des Älterwerdens, um mit diesem Prozess zu leben, statt dagegen anzuleben."

Es macht Sinn, sich diverse Fragen zu stellen, wenn man sich bewusst mit dem eigenen Älterwerden auseinandersetzen möchte. Schmidt artikuliert solche Fragen in seinem Buch und er vermutet ganz ähnlich wie ich übrigens, dass es ein "Auswuchs des überschießenden Ichimus der modernen Zeit" ist, der das ewig junge Ich propagiert.

Schmidt fragt sich, ob er dazu in der Lage ist, zeitliche Grenzen der reifen Fülle des Lebens zu akzeptieren. Diese Frage sollte sich jeder stellen. Er denkt in dieser Beziehung über Gelassenheit nach, eine Eigenschaft, über die schon griechische Philosophen nachgedacht haben, weil sie der Schlüssel für ein schöneres Leben ist. Schmid versucht in 10 Schritten die Gelassenheit ausfindig zu machen, die uns entspannter in die Zukunft schauen lässt.

Die einzelnen Schritte werde ich nun nicht in Kurzform wiedergeben, auch nicht das Inhaltsverzeichnis aufnotieren, denn ich möchte den Lesern nicht die Neugierde auf das Buch nehmen. Interessante Fragen wie etwa "Was ist mir wichtig, was sollte ich besser nicht länger aufschieben?" sollte man sich in einer stillen Stunde selbst beantworten. Ich denke am wichtigsten ist es, gelassen im Jetzt zu leben, nicht an Verlust von Kraft in der Zukunft zu denken, sich dieses potentiellen Verlustes aber bewusst zu sein. Wir wissen nicht wie das letzte Viertel ausschaut, klar, aber wir können vieles für unsere Gesundheit tun, dann müssen wir keineswegs zerbrechliche Knochen und andere Schwierigkeiten bekommen, lieber Prof. Dr. Schmid.

Der Autor schreibt über bestimmte Interessen, die sich im Älterwerden steigern, so etwa die Lust am Reisen, die Lust an der Erinnerung, die Lust am Gespräch. Die Lust zu reisen und zu diskutieren hat man als aufgeschlossener Mensch eigentlich auch in jungen Jahren. Erinnern? Ja, wenn man Erkenntnisse daraus ziehen kann, ansonsten ist das Vergangene nach meiner Ansicht uninteressant, unergiebiger Ballast und führt nur zu nostalgischen Anwandlungen, die man für ein heiteres Leben im Jetzt nicht braucht. Dann doch lieber fröhliche Stunden im Garten, der auch auf einer Fensterbank gestaltet werden kann.

Schön, dass Schmid die Frage stellt, wieso Menschen Gärten lieben und diese Frage auch vortrefflich beantwortet. All meine betagten Verwandten sind passionierte Hobbygärtner, meine mittlerweile verstorbenen über 90 jährigen Großtanten waren es übrigens auch. Wer bewusst im Garten das Werden und Vergehen beobachtet, geht gelassener mit der Endlichkeit um und wer täglich Blumen blühen sieht, spürt deren Lächeln und lächelt zurück. Im Lächeln und im Charme liegt das eigentliche Geheimnis entspannten Älterwerdens vermute ich seit langem.

Weltschmerz und Einsamkeit treten dann ein, wenn man mit seinem Lächeln geizt. Lächeln ist eine intensive Form der Berührung und "Die Berührung ist eine Aufmerksamkeit, ohne die ein Mensch seelisch und schließlich körperlich auszudörren und zu verwelken droht." (S.69).

Ein gelassenes, unaufdringliches Lächeln steht nicht selten am Beginn von Freundschaften und wie Schmid es ja so treffend formuliert "Ein Mensch genügt, um gemeinsam mit ihm dem Leben Sinn zu geben. Das ist der Schlüssel dafür, lange jung zu bleiben." (S.81).

Nichts schlimmer als Isolation im Ich-Gefängnis, das gewiss im fortschreitenden Alter die Hölle darstellen muss. Wohl dem, der Freundschaften pflegt und das Prinzip des Gebens und Nehmens begriffen hat, dem nämlich bleibt die Hölle eines unerquicklichen, einsamen Alters erspart.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Als wär's das letzte Mal: 24 Anregungen für ein todesmutiges Leben (Gebundene Ausgabe)

"Den Wert einer Liebe erkennen wir meist erst in dem Moment, in dem wir verlassen werden oder selbst jemand verlassen. Den Wert, eines Menschen erfassen wir meist erst dann, wenn er nicht mehr bei uns ist, sei es durch Wegzug oder durch Tod. Den Wert von Dingen (so es einen solchen übergeordneten Sinn überhaupt gibt) erfahren wir ebenfalls häufig er dann, wenn wir sie nicht mehr besitzen. Sonderbarerweise schätzen wir offenbar das, was nicht mehr da ist, eher als das, was wir besitzen. Wie aber wäre es, wenn wir wüssten...(...)?" (S.126)

Dr. Hans Christian Meiser schenkt dem Leser in seinem Buch 24 Anregungen für ein todesmutiges Leben. Der hochgebildete Autor hat sich intensiv mit der Endlichkeit unseres Seins beschäftigt und verdeutlicht, dass es genau dieses Bewusstsein ist, das Menschen dazu veranlassen kann, jeden Moment intensiv zu erleben und sich bei allen Handlungen positiv zu verhalten.

Es ist notwendig, dass man die Einmaligkeit unseres Tuns erkennt, es auch verinnerlicht und so lebt als wäre der heutige der letzte Tag unseres Lebens.

Was ist wirklich wichtig für uns unter dieser Prämisse?

Darüber und über vieles andere denkt der studierte Philosoph nach.

Schon wenn man Worte wie etwa "muss" in "darf" umwandelt, beginnt in unserem Denken und Fühlen eine Veränderung. "Ich darf leben." Dies sollte man sich bewusst machen, nicht nur an schönen, sonnigen Frühlingstagen. Bewusst machen sollte man sich auch die Worte aus dem "Buch Kohelet", die mit dem Satz "Ein jegliches hat seine Zeit" beginnen.

Abschied nehmen und Loslassen ist eine tägliche Übung für uns Menschen, um schließlich irgendwann sogar unser Leben loszulassen und zwar entspannt, wenn wir die tägliche Übung bewusst und ohne inneren Widerstand vornehmen. Was zählt ist der Augenblick. Ihn schön und gut zu gestalten, macht Sinn. Dies scheint unsere eigentliche Aufgabe im Leben zu sein.

Türen schließen sich und andere gehen auf. Das muss man begreifen lernen und nichts festhalten wollen, was dem Gestern angehört. Seinen Kummer loslassen, sich und anderen verzeihen, (S.72), sind Wege in die richtige Richtung und sich dabei wirklich stets des letzten Mals bewusst sein. Man handelt bewusster und liebevoller, wenn man davon ausgeht, dass es bei Begegnungen mit Menschen und Situationen kein nächstes Mal gibt, dessen bin ich mir ebenso sicher wie der Autor, der diesen Gedanken in seinem Buch stets auf Neue reflektiert und der einer jener Menschen ist, denen Achtsamkeit im Leben nicht wenig bedeutet, weil er diese als Schlüssel für ein positives Leben begreift.

Die meisten Schwierigkeiten in unserem Leben geschehen aus Mangel an Achtsamkeit, so jedenfalls meine Erfahrung. Wer achtsam jeden Moment seines Lebens lebt, daraus lernt und Konsequenzen zieht, wer immer wieder bewusst loslässt, um Neues zu erleben, der hat kein Problem mit der Endlichkeit. Zeit ist für einen solchen Menschen nicht der Gegenstand seines Denkens und Fühlens, sondern wie mir das Buch mal wieder bewusst gemacht hat, das immerwährende Interesse an Neuem und die kreativen Überlegungen, wie man es möglichst bunt und positiv gestalten kann, um es so zu erleben als wäre es der letzte Eindruck, den wir von dem, was ist, haben. 

 Empfehlenswert.

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Rezension:Denken wie ein Buddha: Gelassenheit und innere Stärke durch Achtsamkeit - Wie wir unser Gehirn positiv verändern (Gebundene Ausgabe)

Dr. Rick Hanson ist Neuropsychologe. International ist er anerkannt für seine wirksamen Techniken, die er aus dem Zusammenspiel von Achtsamkeit, Hirnforschung und Psychologie entwickelt hat.

Sein Buch, dessen Untertitel bereits andeutet, worum es geht, möchte dem Leser vermitteln, wie man Gelassenheit und innere Stärke durch Achtsamkeit erhält. 10 Kapitel warten auf den Leser, um aufzuzeigen, wo die verborgene Kraft der Alltagserfahrung liegt, die das Gehirn verändert und das Leben verbessert. Man lernt mehrfach am Tag, das Gute in sich aufzunehmen und genau dies verhilft zur Ruhe und Stärke.

Um nachstehende Schritte geht es dabei: 
1)Mache eine positive Erfahrung 
2)Reichere sie an 
3)Nimm sie in dich auf 
4)Verbinde sie mit positivem und negativem Material, (S.82) 

Ausführlich wird erläutert wie man Gutes "anbauen" kann. Die Erforschung positiver Gefühle hat verdeutlicht, dass diese Passivität und Stress entgegenwirken, seelische Belastungen reduzieren, Belastbarkeit, Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit erhöhen. Zudem fördern positive Gefühle das Streben nach Möglichkeiten, begründen positive Kreisläufe und fördern den Erfolg. Des Weiteren wird das Immunsystem gestärkt, das Herz wird geschützt und man erhält die Chance gesünder und damit vielleicht auch länger zu leben, (vgl.: S.24)

Drei Möglichkeiten nennt der Autor, wie man seine Psyche beeinflussen kann. Das Buch handelt von der dritten Möglichkeit, nicht dem Loslassen, sondern dem Einlassen.

Was man unter "positiv" zu verstehen hat, wird bestens erläutert, über Achtsamkeit erfährt man viel Wissenswertes und wie man sein Gehirn zum Guten hin verändert. Es gibt Möglichkeiten, Erlebnisse bzw. Erinnerungen in unsere Gehirnstruktur einzuweben und auf diese Weise neuronale Schaltkreise zu etablieren. Das versetzt uns dann in die Lage, jederzeit darüber zu verfügen.

Glück und innere Stärke gewinnt man durch das bewusste Durchleben von positiver Erfahrung. So können angenehme Befindlichkeiten zu fest verankerten, neuronalen Strukturen werden. Auf diese Weise nimmt man das Gute in sich auf und verankert es fest in unserem Hirn. Man erfährt Wissenswertes zur Entwicklung unseres Gehirns, liest auch dass negative Erfahrungen positive stets in den Schatten stellen und im Laufe der Zeit die Amygdala immer empfänglicher für negative Botschaften wird. So potenziert sich das Negative und setzt einen "wahren Teufelskreis" in Gang. Man muss sich klar machen, negative Verzerrung beeinflusst sogar die strukturbildenden Prozesse in unserem Leben. Wie das funktioniert, erläutert der Autor gut und ausführlich. Genau das muss man sich bewusst machen, wenn Personen täglich kleine giftige Nadelstiche setzen, um subtil zu demotivieren. Es ist eine teuflische Strategie, die großen Schaden in der Psyche der Betroffenen bewirken kann, wenn dem Tun nichts Positives entgegengesetzt wird.

Es führt zu weit, auf die Details im Buch näher einzugehen, allerdings haben mich all die biologischen Erläuterungen zum Thema Gehirn fasziniert und mir abermals nahe gebracht wie sehr man sich vor Energievampiren in Acht nehmen muss, wie sehr sie uns wirklich schaden, sofern man deren Aktionen mental nichts entgegensetzt, sprich positive Eindrucke, Erfahrungen etc.

Hervorragend wird erläutert wie man Gutes in sich aufnimmt, die Schritte habe ich am Anfang bereits kurz erwähnt. Sie werden allerdings im Buch ausführlich dargelegt. Auf welche Weise man Dingen Beachtung schenkt und wie die Stufen des Bewusstseins ausschauen, wird ebenfalls gut dargelegt. Gezeigt wird, wie man positive Erfahrung schafft und wie man lernt, das Leben als Möglichkeit zu begreifen.

Es ist im Grunde ganz simpel, besonders dann, wenn man begriffen hat, wie man mit Blockaden umgehen muss. Es lohnt, die oben genannten Schritte einzuüben, damit lernen wir resilienter zu werden und dadurch ausgeglichener, gesünder und vor allem glücklicher zu leben.

Empfehlenswert.

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Rezension:Die Seele der Welt: Von der Weisheit der Religionen (Taschenbuch)

"Wenn unser Herz mit der Weltseele im Einklang ist, kann schon eine Kleinigkeit es tief bewegen: ein Lächeln, eine sich öffnende Blüte, eine Wolke am Himmel, der Blick eines Unbekannten auf der Straße.(...)Dann liebt es die Welt den Kosmos, das Leben."(...) Wenn die Liebe in unserem Herzen wurzelt, verändert sie unsere Art zu leben, ja, zu sein." (S.95/96)

Autor dieses Buches ist  Frédéric Lenoir, einer der renommiertesten Soziologen Frankreichs, der sich zudem als Philosoph, Religionskritiker und Schriftsteller einen Namen gemacht hat.

Sieben Weise aus unterschiedlichen Gegenden der Erde folgen einem inneren Ruf in ein abgeschiedenes tibetanisches Kloster, in dem der 12 jährige Tenzin lebt. Die Weisen möchten dem Knaben die Essenz ihres Wissens weitergeben, weil sie vermuten, dass eine große Naturkatastrophe bevorsteht und die meisten Menschen auf der Erde dahingerafft werden. Tenzin soll ihr Wissen an die Überlebenden weiter vermitteln.

An sieben aufeinanderfolgenden Tagen sprechen die Weisen über die großen Menschheitsfragen, die der Autor als die sieben Schlüssel der Weisheit bezeichnet. Zunächst loten sie dabei den Sinn des Lebens aus.

Hier liest man zu Beginn Sätze wie: "Eine Vielzahl der Übel in der Welt rührt daher, dass viele Menschen, die über Macht und Reichtümer verfügen, sich niemals die Frage nach der wahren Bedeutung ihres Dasein gestellt haben." Dann werden die Konsequenzen aus diesem Verhalten beschrieben und später auch festgehalten: "Denn, der Mensch, der nicht weiß, dass er zwei große Gaben besitzt, wird immer unglücklich sind. Und diese Gaben sind die Klarheit des Geistes, die ihn frei macht und die Güte des Herzens, die ihm Glück schenkt."

Die Weisen, die nicht nur aus unterschiedlichen Gegenden stammen, sind auch religiös sehr verschieden geprägt, doch man bemerkt, dass ihre Grundweisheiten sich in keiner Weise widersprechen. Alle wissen, dass das Geheimnis und der Schlüssel aller Weisheit letztlich in der Liebe zu finden ist und wissen ferner, dass man Glück nicht in äußeren Umständen suchen sollte. Dies begründet der Autor auch gut nachvollziehbar.

Es ist unmöglich all die Erkenntnisse, die man in diesem Buch vermittelt bekommt, im Rahmen einer Rezension aufzulisten. Eine Sentenz möchte ich an dieser Stelle zitieren, weil man sich diese immer wieder vor Augen halten sollte: "Wir alle sind mehr oder weniger Gefangene unserer Ängste, unserer Triebe, unseres Charakters, unserer Gewohnheiten, unserer Emotionen. Sie bestimmen über einen Großteil unseres Handelns, unserer Entscheidungen. Wir sind Slaven unserer selbst, daher sind wir auch die Einzigen, die uns aus diesem inneren Gefängnis befreien können." (S.77) Genau so ist es.

Die Weisen philosophieren natürlich auch über die Liebe, die die bedingungslose Hingabe fordert, eine "Hinneigung zum anderen, die zur Ursache tiefer Freude wird",(S.91) Vielleicht einer der zentralsten Sätze im Buch ist nachstehender:"Die Liebe verankert uns und öffnet uns das ganze Universum." (S.97) Genau darum geht es.

Ob nun die fiktiven Weisen im Buch oder andere Philosophen und Theologen, immer wieder sind die Botschaften aller um Erkenntnis Bemühten sehr ähnlich. Im Grunde wissen wir ja alle alle, dass wir Gerechtigkeit und auch Demut kultivieren müssen, auch Mäßigkeit, die Zufriedenheit und vor allem die Dankbarkeit, wissen es auch dann, wenn all die Weisen nicht zur Stelle sind. Wir müssen nur in uns hineinhören.

Wie wissen, wie wichtig es ist, achtsam im Hier und Jetzt zu leben und wir wissen, dass nur die Liebe uns vor dem Dunkel auf Erden schützt. Wir wissen es seit Tausenden von Jahren und doch mangelt es uns nicht selten an Mut, in allem, was wir tun, stets die Liebe zum obersten Gebot zu machen und das, obschon wir wissen, dass nur die Liebe uns und die Welt retten kann. Fast scheint es so, als ob der ein oder die andere gar nicht gerettet werden will. Warum auch immer. Vielleicht aufgrund mangelnden Vorstellungsvermögens, dass man Wissen auch in Handlung umsetzen kann und Wissen nur so sinnstiftend ist.

 Lesenswert.

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